Uber Aktie: Delivery-Hero-Übernahme empfohlen

Uber streicht weltweit rund 3.300 Stellen, beendet Aktivitäten in zwei Ländern und treibt parallel die 14,8-Milliarden-Dollar-Übernahme voran.

Die Kernpunkte:
  • Rund 3.300 Stellen sollen entfallen
  • Uber verlässt Nigeria und Uganda
  • Delivery-Hero-Angebot bis November offen
  • COO kauft Uber-Aktien für 5,3 Millionen Dollar

Der US-Mobilitätskonzern Uber reagiert mit einem massiven Umbau auf den zunehmenden Wettbewerb im Bereich des autonomen Fahrens. Während das Unternehmen einen drastischen Stellenabbau und den Rückzug aus einzelnen Märkten einleitet, setzt das Management gleichzeitig auf eine milliardenschwere Expansion im Liefergeschäft.

Ein millionenschwerer Aktienkauf durch den eigenen operativen Chef unterstreicht dabei das Vertrauen der Führung in die langfristige Strategie, während sich die Aktie heute mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 63,72 Euro stabilisiert.

Radikaler Stellenabbau und Fokus auf Profitabilität

Uber hat den Abbau von rund 3.300 Stellen angekündigt, was etwa zehn Prozent der weltweiten Belegschaft entspricht. Wie Konzernchef Dara Khosrowshahi mitteilte, soll dieser Schritt die Organisationsstruktur vereinfachen und bürokratische Hürden abbauen.

Besonders betroffen ist die mittlere Führungsebene: Positionen sieben oder mehr Stufen unterhalb des CEO werden um 20 Prozent reduziert, zudem wird die Anzahl kleiner Arbeitsteams halbiert. Parallel dazu ordnet das Unternehmen ein Ende der Homeoffice-Kultur an; nur noch ein Prozent der verbleibenden rund 29.000 Mitarbeiter darf künftig vollständig remote arbeiten.

Flankiert wird die Effizienzstrategie durch den Rückzug aus unrentablen Regionen. Am Montag wurde bekannt, dass Uber seine Aktivitäten in Nigeria und Uganda beendet. Die Analysten von Wedbush schätzen, dass diese Restrukturierungsmaßnahmen jährliche Einsparungen von bis zu 1,75 Milliarden US-Dollar ermöglichen könnten.

Bloomberg Intelligence beziffert das Einsparpotenzial sogar auf bis zu 2,0 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Diese Mittel sollen primär in die Entwicklung künftiger Technologien fließen, um die Marktführerschaft zu verteidigen.

Die Delivery-Hero-Übernahme nimmt Form an

Während im Kerngeschäft gespart wird, treibt Uber die Expansion im Liefersektor mit einer 14,8 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Delivery Hero voran. Der Vorstand von Delivery Hero hat den Aktionären nun offiziell die Annahme des Barangebots von 41,50 Euro je Aktie empfohlen.

Die Annahmefrist für das Angebot läuft bis zum 5. November. Durch den Zusammenschluss würde Uber seine Präsenz in den Mobilitäts- und Liefermärkten von 34 auf 58 Länder ausweiten und insgesamt in 99 Märkten aktiv sein.

Zur Finanzierung dieser Transaktion bereitet Uber derzeit seine erste Euro-Anleihe mit Laufzeiten zwischen drei und 20 Jahren vor. Der Brückenkredit für den Deal wurde bereits von ursprünglich 14,2 Milliarden Euro auf 10,2 Milliarden Euro reduziert.

Uber zielt langfristig auf ein Verschuldungsverhältnis von weniger als dem Zweifachen des EBITDA ab. Ein Abschluss der Übernahme wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet. In Deutschland plant der Konzern zudem, bis zum Jahr 2031 rund zwei Milliarden Euro zu investieren.

Robotaxi-Strategie und Vertrauensbeweis der Führung

Der gestrige Kursrutsch der Aktie war vor allem durch den Start des Tesla „Cybercab“ in Austin ausgelöst worden, der die Sorgen vor einer verstärkten Konkurrenz im Robotaxi-Markt befeuerte. Uber hält dem ein eigenes Investitionsprogramm in Höhe von über 10 Milliarden US-Dollar für autonome Fahrzeuge entgegen.

Unter anderem kooperiert das Unternehmen mit Nvidia, um ab dem Jahr 2027 Level-4-Technologien einzusetzen. In London startete Uber bereits einen Testbetrieb mit dem Partner Wayve, bei dem zunächst 15 Fahrzeuge mit Sicherheitsfahrern zum Einsatz kommen.

Ein deutliches Signal an den Kapitalmarkt sendete zudem der operative Vorstand (COO) Andrew Macdonald. Am vergangenen Freitag erwarb er 70.000 Uber-Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 75,83 US-Dollar, was einem Investitionsvolumen von etwa 5,3 Millionen US-Dollar entspricht.

Macdonald steigerte seinen Bestand damit um fast 20 Prozent. Trotz dieser Zuversicht notiert der Wert mit einem Abschlag von 27 Prozent noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 87,09 Euro.

Analysten wie Daniel L. Kurnos von StoneX bleiben vorsichtig und bestätigten am Dienstag ihr „Hold“-Rating, während Wedbush mit einem Kursziel von 91 US-Dollar weiterhin ein „Outperform“-Votum beibehält. Das operative Ergebnis im zweiten Quartal 2026 von 1,9 Milliarden US-Dollar unterstreicht unterdessen die aktuelle Ertragskraft des Konzerns.

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