Uber Aktie: Prognose enttäuscht

Uber erwartet im vierten Quartal geringere bereinigte Gewinne als Analysten; Fahrermangel und höhere Kraftstoffkosten belasten das Geschäft.

Die Kernpunkte:
  • Gewinnziel je Aktie unter Analystenschätzung
  • Fahrermangel und Spritpreise belasten Fahrdienste
  • Lieferbuchungen steigen im dritten Quartal um 22 Prozent
  • Uber übernimmt Catering-Marktplatz ezCater

Uber hat am Mittwoch einen Ausblick vorgelegt, der unter den Erwartungen der Wall Street liegt. Fahrermangel, hohe Spritpreise und der Konflikt im Nahen Osten bremsen das Geschäft mit Fahrdiensten in mehreren Märkten. Vorbörslich gab die Aktie um knapp zwei Prozent nach.

Fahrer fehlen, Kosten steigen

Für das vierte Quartal peilt der Konzern einen bereinigten Gewinn von 95 bis 99 Cent je Aktie an. Analysten hatten im Schnitt mit 1,06 Dollar gerechnet. Auch beim bereinigten operativen Ergebnis liegt die Spanne von 3,13 bis 3,23 Milliarden Dollar leicht unter der Konsensschätzung.

Die Bruttobuchungen sollen zwischen 63,25 und 65,25 Milliarden Dollar liegen. Die Mitte der Spanne verfehlt die Analystenerwartung knapp.

CEO Dara Khosrowshahi verwies auf teurere Kraftstoffe und eine knappere Fahrerverfügbarkeit in mehreren internationalen Märkten. In Kanada kommen strengere Einwanderungsregeln hinzu, der Markt sei derzeit „meaningfully undersupplied“. Der Nahost-Konflikt drückte das Wachstum der Mobility-Buchungen zuletzt um 75 Basispunkte. Für das laufende Quartal unterstellt Uber einen Effekt von 100 Basispunkten.

Uber gibt deshalb mehr Geld für die Gewinnung, Bindung und Reaktivierung von Fahrern aus. Im Oktober hätten sich die Trends bereits verbessert. Die Ausgaben dürften genau beobachtet werden, denn parallel finanziert der Konzern den Ausbau bei autonomen Fahrzeugen.

Robotaxis und ein Zukauf

Das dritte Quartal fiel solide aus. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 14,77 Milliarden Dollar und übertraf die Schätzungen, markierte aber das langsamste Wachstum seit dem ersten Quartal 2021. Das Liefergeschäft legte bei den Buchungen um 22 Prozent zu, die Frachtsparte um 35 Prozent.

Bei autonomen Fahrzeugen nennt Uber konkrete Ziele: Bis Jahresende sollen rund 700 vollständig fahrerlose Wagen auf der Plattform unterwegs sein, bis Ende 2027 mehr als 2.000. Das Kapital will der Konzern auf eine kleinere Gruppe von Partnern konzentrieren.

Außerdem kauft Uber den Catering-Marktplatz ezCater. Abgesehen von Investitionen in autonome Fahrzeuge erwartet das Management bis mindestens 2027 „minimal to no further M&A“.

Führungswechsel im Hintergrund

Am Vorabend wurde zudem ein prominenter Abgang bekannt. Präsidentin Jill Hazelbaker, seit 2015 im Unternehmen, wechselt als Chief Corporate Affairs Officer zu OpenAI. Erst im Mai war sie befördert worden. Zuvor hatte sie Stellenkürzungen in der Personalabteilung angekündigt, später folgte eine breitere Entlassungsrunde.

Auch Sarfraz Maredia, Leiter für autonome Mobilität und Lieferdienste, verlässt Uber noch in diesem Monat. Susan Anderson, die das Liefergeschäft führte, ging bereits im Juni. Für den Konzern fällt der Personalumbau in eine Phase, in der Fahrerakquise und Robotaxi-Ausbau gleichzeitig Kapital binden.

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