UBS: 34-Milliarden-Franken-Schaden laut BAK-Studie
Die UBS kritisiert die geplanten Schweizer Kapitalregeln als globalen Sonderweg und rechnet mit Milliarden-Mehrkosten. Das Parlament muss nun entscheiden.

- Streit um vollständige Eigenkapitalunterlegung im Ausland
- Bank kalkuliert mit 37 Milliarden Dollar Mehrbedarf
- Aktienkurs verliert nach jüngster Erholung
- Parlament entscheidet über finalen Regulierungsentwurf
Der Schweizer Bundesrat zieht die regulatorischen Lehren aus dem Zusammenbruch der Credit Suisse. Für die UBS bedeutet das ein drastisch strengeres Korsett. Die Großbank wehrt sich vehement gegen die finalen Eigenkapitalregeln und rechnet mit enormen Mehrkosten. An der Börse dämpft der Vorstoß die jüngste Erholung: Nach einem Kursplus von gut zwölf Prozent im vergangenen Monat verliert die Aktie am Donnerstag 1,3 Prozent auf 35,98 Euro.
Ein globaler Sonderweg
Im Zentrum des Streits steht die Finanzierung ausländischer Tochtergesellschaften. Bisher konnte die UBS diese zur Hälfte fremdfinanzieren. Künftig verlangt die Regierung eine vollständige Unterlegung mit hartem Kernkapital. Kein anderer großer Finanzplatz der Welt fordert eine solche Absicherung. Jedes künftige Wachstum im Ausland muss die Bank somit komplett aus eigenen Mitteln stemmen.
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Die Behörden schätzen den zusätzlichen Bedarf an harten Eigenmitteln im Stammhaus auf rund 20 Milliarden US-Dollar. Die Regierung verkauft diesen Schritt als abgemilderten Kompromiss im Vergleich zu früheren Entwürfen.
Die Bank selbst präsentiert eine gänzlich andere Rechnung. Inklusive der bereits bekannten Lasten aus der Credit-Suisse-Übernahme kalkuliert das Management mit einem zusätzlichen Kapitalbedarf von 37 Milliarden Dollar. Das würde jährliche Kapitalkosten von rund drei Milliarden Dollar verursachen. Die Großbank wirft der Regierung vor, irreführende Behauptungen zu verbreiten und prüft die Dokumente derzeit juristisch.
Politischer Widerstand formiert sich
Zur Untermauerung ihrer Kritik verweist die UBS auf eine Studie des Forschungsinstituts BAK Economics. Demnach könnte die harte Regulierung das Schweizer Bruttoinlandsprodukt über ein Jahrzehnt hinweg um bis zu 34 Milliarden Franken schrumpfen lassen.
Das letzte Wort hat nun das Parlament. Dort zeichnet sich ein zähes Ringen ab. Während die Sozialdemokraten die Auflagen als unzureichend kritisieren, warnt die Bankiervereinigung vor massiven Standortnachteilen.
Operativ gibt sich das Management vorerst unbeeindruckt. Da die neuen Vorschriften frühestens 2027 greifen, hält die UBS an ihrem Ziel fest, bis Ende 2026 eine Kernkapitalrendite von rund 15 Prozent zu erreichen. Auch die geplanten Kapitalrückgaben bleiben auf der Agenda.
Weitere Details zur Strategie folgen in wenigen Tagen. Am 29. April legt die Bank ihre Zahlen für das erste Quartal vor.
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