UBS Aktie: 1,95 Millionen IBIT-Calls

Die Schweizer Großbank stockt ihre Call-Optionen auf den BlackRock-Bitcoin-ETF drastisch auf und reduziert gleichzeitig ihre Absicherungspositionen.

Die Kernpunkte:
  • Call-Optionen auf IBIT massiv erhöht
  • Direkte Bitcoin-ETF-Bestände um 12% gestiegen
  • Put-Positionen deutlich reduziert
  • Aktie trotz Kapitaldebatte nahe Jahreshoch

UBS hat im zweiten Quartal 2026 ihre Optionswetten auf den größten Bitcoin-Spot-ETF drastisch ausgeweitet. Aus einem Pflichtbericht an die US-Börsenaufsicht geht hervor, dass die Schweizer Großbank ihre Call-Optionen auf den BlackRock-Fonds IBIT von 80.000 auf 1,95 Millionen Aktien erhöht hat – ein 24-facher Anstieg innerhalb eines Quartals.

Gleichzeitig wuchsen die direkten IBIT-Bestände um 12 Prozent auf 407.890 Aktien, während die Bank ihre Put-Positionen um 53 Prozent auf 143.300 Aktien zurückfuhr.

Optionsvolumen mit deutlichem Kurswert

Der Marktwert der Call-Optionen belief sich zum Stichtag 30. Juni auf rund 64,9 Millionen US-Dollar, die verbliebenen Puts kamen auf etwa 4,8 Millionen Dollar.

Die direkten IBIT-Bestände waren zu diesem Zeitpunkt rund 13,6 Millionen Dollar wert. Das sogenannte 13F-Filing, auf das sich diese Zahlen stützen, liefert allerdings keine Angaben zu Prämien, Basispreisen oder Laufzeiten der Optionen – wie stark UBS damit tatsächlich von einem steigenden Bitcoin-Kurs profitieren würde, lässt sich daraus nicht ablesen.

Auffällig ist die Positionierung dennoch: Sie fällt in eine Phase, in der auch andere große institutionelle Investoren ihr Engagement in Bitcoin-Produkten neu ausrichten.

Tudor Investment etwa erhöhte seinen direkten IBIT-Bestand um knapp 19 Prozent, senkte aber seine Call-Position um mehr als 85 Prozent – ein Kontrast, der zeigt, wie unterschiedlich große Adressen derzeit auf den Kryptomarkt blicken.

Kapitalregeln bleiben Unsicherheitsfaktor

Neben dem Kryptogeschäft beschäftigt Anleger weiterhin die Frage, wie stark die Schweiz die Eigenkapitalanforderungen für UBS verschärft. Die Bank soll nach Angaben von Bloomberg Markets in absehbarer Zeit Klarheit darüber erhalten, welche Milliardensummen der Staat künftig von ihren Kapitalpuffern verlangt.

UBS lehnt die vom Bundesrat geforderte vollständige Eigenkapitalunterlegung ausländischer Töchter ab, will aber einen Parlamentsentscheid akzeptieren. UBS-Chef Sergio Ermotti bekräftigte im Sommer beim Swiss Economic Forum das Bekenntnis der Bank zum Standort Schweiz und kritisierte zugleich die SVP-Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“ als „nicht die richtige Antwort“.

Die Debatte um schärfere Kapitalvorschriften ist eine direkte Folge des Zusammenbruchs der Credit Suisse und bleibt für Investoren einer der zentralen Belastungsfaktoren für die Bewertung der Aktie.

Aktie nahe am Jahreshoch

Am Kapitalmarkt zeigt sich die UBS-Aktie trotz der offenen regulatorischen Fragen robust. Der Titel schloss am Freitag bei 46,39 Euro, ein Minus von 0,3 Prozent zum Vortag, und notiert damit rund 3,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro.

Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 17 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 36 Prozent. Die Kombination aus wachsendem Krypto-Engagement und ungeklärter Kapitalfrage dürfte die Volatilität der Aktie in den kommenden Wochen hoch halten – zumal die endgültige Entscheidung über die künftigen Eigenkapitalanforderungen weiterhin aussteht.

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