UBS Aktie: Alarmstimmung im Anmarsch?

Im Streit um strengere Eigenkapitalregeln für die UBS verteidigt die SNB ihre Reformpläne als verhältnismäßig.

Die Kernpunkte:
  • SNB-Präsident weist UBS-Kritik zurück
  • Fitch sieht lange regulatorische Hängepartie
  • UBS-Aktie verliert seit Jahresbeginn zwölf Prozent
  • Politischer Streit um Reformvorschläge im Mai

Die UBS warnt vor Wettbewerbsnachteilen und droht indirekt mit einem Wegzug. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) zeigt sich davon unbeeindruckt. Im Streit um strengere Eigenkapitalvorschriften hat SNB-Präsident Martin Schlegel die Kritik der Großbank scharf zurückgewiesen.

Die geplanten „Too-big-to-fail“-Reformen fordern eine vollständige Kapitalunterlegung ausländischer Beteiligungen. Schlegel verteidigte die Maßnahmen in der „Neuen Zürcher Zeitung“ als gezielt und verhältnismäßig. Nach Einschätzung der Notenbank verfügt das Institut bereits über ausreichend Eigenkapital für die neuen Hürden. UBS-Präsident Colm Kelleher hatte zuvor vor unausweichlichen geschäftlichen Entscheidungen gewarnt. In Finanzkreisen kursieren Spekulationen über eine Verlegung des Hauptsitzes nach New York. Das sorgt bei den ausländischen Großaktionären wie Blackrock und Vanguard für Unruhe. Etwa 80 Prozent der Anteile liegen im Ausland.

Fitch sieht lange Hängepartie

Die Ratingagentur Fitch stuft die Situation als Phase erhöhter regulatorischer Unsicherheit ein. Der parlamentarische Prozess ist langwierig, klare Vorgaben fehlen vorerst. An der Börse macht sich diese Gemengelage bemerkbar. Die UBS-Aktie notiert am Freitag bei 35,24 Euro und verliert leicht. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits rund zwölf Prozent an Wert eingebüßt.

Die Analysten sehen langfristig auch positive Effekte. Eine ausgedehnte Übergangsphase könnte es der Bank ermöglichen, eine höhere harte Kernkapitalquote organisch durch Gewinnrücklagen aufzubauen. Das würde den Gläubigerschutz stärken. Parallel dazu erwarten Beobachter, dass die Reformen eine verstärkte Kapitalrückführung aus ausländischen Tochtergesellschaften in die Schweiz anstoßen.

Politischer Zeitplan und Quartalszahlen

Der Konflikt verlagert sich nun in die Politik. Am 4. Mai debattiert die Wirtschaftskommission des Ständerats über die Reformvorschläge. Einige Kommissionsmitglieder positionieren sich bereits offen gegen die harte Regulierungslinie des Bundesrats.

Zuvor muss das Management operative Stärke beweisen. Am 29. April veröffentlicht die Bank ihre Ergebnisse für das Auftaktquartal. Der Bericht liefert konkrete Daten zur aktuellen Gewinndynamik und zur Fähigkeit des Instituts, neue Kapitalpuffer aus dem laufenden Geschäft zu bilden.

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