UBS Aktie: Bank fordert 50-Prozent-Kompromiss

Die UBS lehnt höhere CET1-Vorgaben für Auslandstöchter ab und warnt vor Folgen für ihre Wettbewerbsfähigkeit und den Kapitalbedarf.

Die Kernpunkte:
  • UBS kritisiert geplante Eigenkapitalverschärfung
  • Regierungsentwurf verlangt 100 Prozent CET1
  • Kompromiss sieht 50 Prozent CET1 vor
  • Aktie gewinnt seit Jahresbeginn 12 Prozent

Mit einem detaillierten Positionspapier hat sich die UBS am Montagabend gegen eine übermäßige Verschärfung der nationalen Kapitalanforderungen ausgesprochen. Die Bank reagierte damit unmittelbar vor der Fortsetzung der parlamentarischen Beratungen im Ständerat auf die Pläne der Regierung.

Nach Ansicht des Instituts würde eine zu strenge Eigenmittelunterlegung für Auslandstöchter die internationale Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Großbank empfindlich schwächen.

Streit um Eigenkapital der Auslandstöchter

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage, wie ausländische Tochtergesellschaften künftig abgesichert werden müssen. Der Schweizer Bundesrat verlangt in seinem Entwurf eine vollständige Deckung von 100 Prozent durch hartes Kernkapital (CET1). Dies würde für das Geldhaus einen zusätzlichen Kapitalbedarf von schätzungsweise 20 Milliarden US-Dollar bedeuten. Zurzeit belaufen sich die Vorgaben auf 45 Prozent CET1 sowie 17 Prozent an zusätzlichem Kernkapital (AT1).

In der parlamentarischen Debatte steht als Alternative ein Kompromiss der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates im Raum. Dieses Modell sieht vor, Auslandstöchter zu mindestens 50 Prozent mit CET1 und zu bis zu 50 Prozent über AT1 abzusichern.

In diesem Fall veranschlagt das Institut einen Bedarf von rund 13 Milliarden US-Dollar an AT1-Mitteln. Den zwischenzeitlich diskutierten Vorschlag einer CET1-Quote von 90 Prozent wies die Bank in ihrer Stellungnahme hingegen zurück, da ein solcher Schritt keinen echten Kompromiss zur Regierungslinie darstelle.

Showdown im Ständerat steht bevor

UBS-Chef Sergio Ermotti warnte eindringlich davor, die Vorgaben zu überreizen. Sowohl eine Quote von 90 Prozent als auch eine von 100 Prozent hartem Kernkapital gingen zu weit.

Flankiert wurde die Position von Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher, der zu bedenken gab, dass das Institut bei einer dauerhaften Behinderung seiner Wettbewerbsfähigkeit gezwungen sein könnte, über seine langfristige Zukunft in der Schweiz nachzudenken.

Zudem verwies Ermotti mit Blick auf die Übernahme der Credit Suisse im Jahr 2023 auf eine Mitverantwortung der Finanzmarktaufsicht Finma sowie der Schweizerischen Nationalbank.

Die Vorlage war am Donnerstag erstmals im Ständerat beraten und nach über drei Stunden unterbrochen worden. Am morgigen Mittwoch soll die Debatte mit einer Stellungnahme von Finanzministerin Karin Keller-Sutter fortgesetzt werden, bevor die Kammer über das Regelwerk abstimmt.

Am Aktienmarkt zeigte sich das Papier zuletzt widerstandsfähig: Gestern schloss die Aktie bei 44,57 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,2 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel ein Plus von 12 Prozent.

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