UBS Aktie: Caroni zieht Antrag zurück
Die UBS-Kapitaldebatte bleibt offen, während die Bank eine Anleihe über 750 Millionen Pfund tilgt und ihr China-Geschäft beendet.

- Parlament verschiebt Entscheidung zu UBS-Kapitalregeln
- UBS prüft Standortfolgen strenger Vorgaben
- Senior-Anleihe über 750 Millionen Pfund fällig
- Digitale Fondsplattform in Shenzhen wird eingestellt
Die politische Debatte um strengere Eigenkapitalvorschriften für UBS geht in die Verlängerung. Am Donnerstag zog der Abgeordnete Andrea Caroni im Ständerat seinen Antrag zurück, den Gesetzesentwurf zu den Kapitalregeln an den Bundesrat zurückzuweisen. Die Ratskammer vertagte die Debatte über die Vorlage daraufhin. Damit bleibt die künftige Ausgestaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen für das Geldhaus weiterhin offen.
Laut Reuters warnte Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher vor den wirtschaftlichen Folgen überzogener Anforderungen. Das Institut müsse seinen Standort Schweiz sorgfältig überprüfen, falls neue Auflagen die internationale Wettbewerbsfähigkeit unzumutbar einschränkten. Am vergangenen Freitag hatte bereits ein Ausschuss über die UBS-Kapitalpuffer beraten, ohne dass die Vorbehalte der Bankführung damit ausgeräumt wurden.
Für das Institut steht in den Verhandlungen viel auf dem Spiel. Eine deutliche Verschärfung der Kapitalanforderungen könnte die Eigenkapitalrendite belasten und künftige Ausschüttungsspielräume verringern. Das Management drängt daher darauf, die Vorgaben im internationalen Vergleich verhältnismäßig zu halten.
Anpassung der Verbindlichkeiten und Bereinigung
Abseits der parlamentarischen Verhandlungen ordnet die Bank ihre Passivseite. Am 30. September 2026 steht die vollständige Rückzahlung ausstehender Senior Callable Notes im Volumen von GBP 750.000.000 an. Der Kupon der festverzinslichen Anleihe liegt bei 7,000 Prozent.
Gleichzeitig trennt sich das Geldhaus von kleineren Randaktivitäten im Ausland. Bis Ende September soll der Fondsvertrieb über die digitale Plattform WE.UBS im chinesischen Shenzhen eingestellt werden. Die Bank bereinigt damit ihre Präsenz und setzt den Fokus wieder klarer auf etablierte Vermögensverwaltungsmärkte.
Zurückhaltung am Aktienmarkt
Die Mischung aus politischer Hängepartie und strategischer Neuausrichtung prägt auch das Marktgeschehen. Am Freitag sank der Kurs der Aktie um 0,9 Prozent auf einen Schlussstand von 43,71 Euro. Trotz dieser jüngsten Zurückhaltung verzeichnet das Papier seit Jahresanfang einen Zuwachs von 9,9 Prozent.
Für Investoren bleibt der Fortgang der Gesetzgebung in Bern der entscheidende Faktor für die mittelfristige Bewertung. Solange das Schweizer Parlament die neuen Eigenkapitalanforderungen nicht beschlossen hat, dürften die Diskussionen um den Heimatstandort und die Kapitalausstattung die Entwicklung der Großbank begleiten.
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