UBS Aktie: Das 26-Milliarden-Risiko

Die Schweizer Großbank UBS steht vor regulatorischen Herausforderungen durch die geplante "Too Big To Fail"-Reform, die zusätzliches Kapital erfordert. Parallel dazu findet ein personeller Wechsel auf der Generalversammlung statt.

Die Kernpunkte:
  • Regulator fordert bis zu 26 Mrd. Dollar mehr Kapital
  • Personeller Umbruch mit Abgang von Lukas Gähwiler
  • Integration der Credit Suisse schreitet voran
  • Aktienkurs zeigt deutlichen Jahresverlust

Für die Schweizer Großbank brechen entscheidende Tage an. Während sich das Management auf der anstehenden Generalversammlung von einer prägenden Führungsfigur verabschiedet, droht aus Bern ein massiver regulatorischer Eingriff. Ein geplantes Regelwerk könnte die Kapitalanforderungen drastisch in die Höhe treiben und den Spielraum für künftige Aktionärsrenditen spürbar einschränken.

Ringen um die Kapitaldecke

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die erwartete Entscheidung des Schweizer Bundesrates zur „Too Big To Fail“-Reform. Der ursprüngliche Entwurf fordert von dem Institut bis zu 26 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital für ausländische Tochtergesellschaften. Das Management lehnt diese Summe aufgrund drohender Wettbewerbsnachteile gegenüber US-Konkurrenten entschieden ab. Aktuelle Signale aus dem Parlament deuten auf eine mögliche Abschwächung auf 22 bis 23 Milliarden Dollar hin.

Analyst Benjamin Goy von Deutsche Bank Research rechnet noch im April mit rechtlicher Klarheit in dieser Angelegenheit. Er belässt seine Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 39 Franken. Der Experte stuft die Bewertung der Bank trotz der regulatorischen Risiken weiterhin als attraktiv ein und verweist auf höhere Erwartungen im Investmentbank-Geschäft, die schwächere Prognosen in der Vermögensverwaltung ausgleichen.

Historischer Abgang auf der Generalversammlung

Parallel zu den politischen Diskussionen stellt die Bank am 15. April auf der Generalversammlung wichtige personelle Weichen. Nach 45 Jahren in der Finanzbranche zieht sich Vizepräsident Lukas Gähwiler zurück. Als letzter Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse begleitete er die historische Übernahme maßgeblich. Neben der Wahl neuer Verwaltungsräte stimmen die Aktionäre über eine Dividende von 1,10 US-Dollar sowie die Vernichtung von knapp 63,8 Millionen zurückgekauften Aktien ab.

Operative Fortschritte treffen auf Skepsis

Operativ liefert die Integration der Credit Suisse derweil greifbare Resultate. Bereits 85 Prozent der Schweizer Kundenkonten sind migriert, was zu Bruttokosteneinsparungen von 10,7 Milliarden Dollar führte. Dennoch spiegelt der bisherige Jahresverlauf die anhaltende Unsicherheit der Investoren wider. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Rückgang von 12,04 Prozent und schloss am Freitag bei 35,36 Euro.

Die anstehenden Quartalszahlen am 29. April bilden den nächsten konkreten Härtetest für die operative Stärke des Konzerns. Spätestens dann muss das Management belegen, ob die ehrgeizige Zielvorgabe einer Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent bis Jahresende trotz der regulatorischen Gegenwinde realistisch bleibt.

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