UBS Aktie: Digitales Fondsgeschäft in China endet

UBS beendet den digitalen Fondsvertrieb in China und tilgt eine 750-Millionen-Pfund-Anleihe, während die Kapitalregeln weiter offen sind.

Die Kernpunkte:
  • Digitaler Fondsvertrieb in China endet
  • 750 Millionen Pfund werden zurückgezahlt
  • Schweizer Kapitalreform bleibt unentschieden
  • JPMorgan hebt UBS-Kursziel auf 50 Franken

Die Schweizer Großbank UBS ordnet im Vorfeld wichtiger regulatorischer Entscheidungen ihre operativen Einheiten und Verbindlichkeiten neu. Zum Ende September 2026 stellt das Institut sein digitales Fondsvertriebsgeschäft in China ein.

Die betroffene Einheit mit Sitz in Shenzhen war 2022 gegründet worden und vertrieb Fonds über die Plattform WE.UBS. Mit dem Schritt zieht sich die Bank aus einem Segment zurück, das erst vor vier Jahren im Rahmen der digitalen Vermögensverwaltungsstrategie gestartet worden war.

Parallel zur Straffung des Asien-Geschäfts setzt der Konzern die Bereinigung von Verbindlichkeiten fort, die aus der Übernahme der Credit Suisse stammen.

Zum optionalen Rückzahlungstermin am 30. September 2026 wird eine im September 2022 von der Credit Suisse begebene Anleihe über 750 Millionen britische Pfund vollständig zurückgezahlt. Für die mit 7,000 Prozent verzinste Senior-Anleihe ist der 28. September 2026 als letzter Handelstag vorgesehen.

Regulatorische Verhandlungen im Heimatmarkt

Diese Bereinigungen fallen in eine Phase politischer Debatten über die künftige Eigenmittelunterlegung der kombinierten Großbank. Der Schweizer Ständerat vertagte in dieser Woche die Abstimmung über die Reform der Eigenkapitalvorschriften.

Im Zentrum der Diskussionen steht ein parlamentarischer Kompromiss, der eine Unterlegung ausländischer Tochtergesellschaften mit bis zu 50 Prozent an Additional-Tier-1-Kapital (AT1) vorsieht.

Nach Einschätzung von Investoren könnte eine solche Regelung der Bank jährliche Einsparungen von mehreren hundert Millionen US-Dollar bringen und die Nutzung von zusätzlichem AT1-Kapital im Umfang von 13 Milliarden US-Dollar ermöglichen.

Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher signalisierte Bereitschaft, einen solchen Kompromiss bei der AT1-Anrechnung mitzutragen. Zugleich warnte er vor einer Überprüfung des Schweizer Standorts, sollten die regulatorischen Vorgaben die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Instituts gefährden. Eine Gruppe von Parlamentariern hatte zuvor beantragt, die Gesetzespläne zur Überarbeitung an die Regierung zurückzuweisen.

Kursentwicklung und Ausblick auf das dritte Quartal

An den Finanzmärkten sorgte das Zusammenspiel aus regulatorischer Unsicherheit und strategischen Anpassungen für Zurückhaltung. Am Freitag schloss die Aktie bei 43,71 Euro. Trotz der jüngsten Konsolidierung verzeichnet der Titel seit Jahresanfang ein Plus von 9,9 Prozent, bleibt jedoch 9,3 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro.

Unterstützung erhält das Institut von Analystenseite. JPMorgan hob am 8. September das Kursziel für die Aktie von 46 auf 50 Schweizer Franken an und bestätigte die Einstufung mit „Overweight“. Die US-Bank führt das Papier weiterhin auf ihrer Auswahlliste für europäische Finanztitel.

Klarheit über die operativen Fortschritte nach den Portfoliobereinigungen erwarten Marktteilnehmer im kommenden Monat. Die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 ist für den 28. Oktober 2026 angesetzt. Bis dahin dürfte vor allem der Fortgang der parlamentarischen Debatte in Bern über den regulatorischen Rahmen bestimmen, wie viel Spielraum der Bank für künftige Kapitalrückflüsse an die Anteilseigner bleibt.

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