UBS Aktie: Ermotti verteidigt 13-Milliarden-Kompromiss

UBS-Chef Ermotti hält den Kompromiss für tragbar, während höhere Kapitalauflagen Milliardenkosten verursachen und die Standortdebatte anheizen.

Die Kernpunkte:
  • Kompromiss erfordert 13 Milliarden Dollar
  • Jährliche Mehrkosten von zwei Milliarden
  • Regierung fordert 20 Milliarden Dollar
  • UBS-Aktie verliert 0,9 Prozent

Vor dem entscheidenden Votum im Schweizer Ständerat am Mittwoch schlägt UBS-Konzernchef Sergio Ermotti deutliche Töne an. In einem Zeitungsinterview bezifferte er die finanziellen Folgen der geplanten regulatorischen Verschärfungen. Den Kompromissvorschlag der zuständigen Parlamentskommission bezeichnete Ermotti dabei als verkraftbar.

Die Kommission schlägt vor, Auslandstöchter zu mindestens 50 Prozent mit hartem Kernkapital und bis zu 50 Prozent mit AT1-Anleihen abzusichern. Für das Institut bedeutet dies einen zusätzlichen Kapitalbedarf von rund 13 Milliarden US-Dollar. Die jährlichen Zusatzkosten für die Bank würden sich nach Schätzung des Managements auf rund zwei Milliarden US-Dollar belaufen.

Ein solches Szenario betrachtet die Bankführung als die derzeit tragfähigste Lösung. Nach der Notübernahme der Credit Suisse im März 2023 pocht die Schweizer Politik auf striktere Leitplanken gegen Systemrisiken. Ermotti betonte, die UBS habe das Land damals vor einem folgenschweren Reputationsschaden bewahrt. Gleichzeitig wies er der Aufsichtsbehörde Finma und der Nationalbank eine Mitverantwortung am Untergang der Credit Suisse zu.

Milliardenschwere Alternativen auf dem Prüfstand

Ginge es nach der Schweizer Regierung, müsste die Bank zusätzliches Eigenkapital von rund 20 Milliarden US-Dollar aufbauen. Ermotti warnte, eine solche Vollunterlegung würde jährliche Zusatzkosten von drei Milliarden US-Dollar nach sich ziehen. Eine ebenfalls diskutierte Mindestquote von 90 Prozent hartem Kernkapital bezeichnete der Bankchef als ähnlich teuer.

Rückendeckung erhielt das Institut vom Verband Schweizerischer Bankiervereinigungen. Der Streit verdeutlicht das anhaltende Spannungsfeld zwischen staatlicher Risikovorsorge und der Ertragskraft des weltweit agierenden Finanzkonzerns.

Standortdebatte und Marktreaktion

Spekulationen über eine Verlagerung des Konzernsitzes ins Ausland trat Ermotti entschieden entgegen. Eine Schweizer Bank zu bleiben, sei das beste Ergebnis für das Institut. Berichte über konkrete Umzugsszenarien wies er als gegenstandslos zurück. Zuvor hatte Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher gewarnt, die Bank könnte ihre Zukunft in der Schweiz überdenken, falls die Auflagen unverhältnismäßig hoch ausfallen.

Am Kapitalmarkt spiegelt sich die anhaltende Debatte rund um die künftigen Vorgaben wider. Am Freitag verlor die UBS-Aktie 0,9 Prozent und schloss bei 43,71 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier dennoch ein Plus von 9,9 Prozent. Mit dem Votum im Ständerat am Mittwoch steht den Aktionären nun die nächste Richtungsentscheidung bevor.

Anzeige

UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 22. September liefert die Antwort:

Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu UBS