UBS Aktie: Ermotti warnt vor Tech-Korrektur

UBS-Chef Ermotti sieht Gefahr durch KI-Konzentration. Trotz Rekordvermögen und Kostenerfolgen drohen Marktkorrekturen und US-Abwanderung.

Die Kernpunkte:
  • Ermotti warnt vor Marktkorrektur
  • Rekordvermögen von 7,3 Billionen Dollar
  • US-Beraterteams wechseln zu Konkurrenz
  • JPMorgan bestätigt Overweight-Einstufung

Sergio Ermotti hat gerade starke Quartalszahlen vorgelegt. Am Wochenende warnt der UBS-Chef trotzdem vor einer möglichen Korrektur. Der Grund: eine gefährliche Konzentration im Technologiesektor, die er selbst als „gesund“ bezeichnet, sollte sie sich entladen.

Ermotti erwartet ruhigere Nerven

Ermotti rechnet mit „Spitzen der Volatilität“ an den Märkten. Besonders die hohe Konzentration im Bereich Künstliche Intelligenz beobachtet er genau. Für ihn ist eine Konsolidierung Teil eines normalen Marktzyklus, kein Grund zur Panik.

Für die UBS bedeutet das ein zweischneidiges Schwert. Steigende Volatilität nützt dem Handelsgeschäft der Bank. Eine echte Korrektur an den Aktienmärkten würde dagegen das verwaltete Vermögen im Kerngeschäft Wealth Management schmälern. Dieses liegt aktuell bei einem Rekordwert von 7,3 Billionen US-Dollar.

Risse im US-Geschäft

Die Integration der Credit Suisse läuft nach Plan. Rund 90 Prozent der geplanten Kostensynergien von 12,6 Milliarden US-Dollar hat die UBS bereits realisiert. Beim Ausbau in den USA hakt es dagegen.

Die Bank verlor zuletzt zwei hochkarätige Beraterteams in Florida und New Jersey. Sie wechselten zu Konkurrenten wie RBC Wealth Management und Raymond James. Mit ihnen wanderten Kundenvermögen von rund 2 Milliarden US-Dollar ab.

Der Verlust trifft die UBS zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Bank will ihre Präsenz im US-Markt massiv ausbauen. Ab Ende 2026 plant sie neue Bankprodukte für wohlhabende Privatkunden – ausgerechnet in dem Markt, in dem sie gerade Berater und Kunden verliert.

Charttechnik bleibt konstruktiv

Der Kursrücksetzer vom Freitag ändert am charttechnischen Bild wenig. Die Aktie notiert mit 45,97 Euro nur 4,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15,59 Prozent zu Buche.

Analysten von JPMorgan bestätigten nach den jüngsten Zahlen ihre „Overweight“-Einstufung. Sie begründen dies mit der operativen Stärke der Investmentbank und den massiven Kosteneinsparungen. Diese Faktoren überlagern aus ihrer Sicht derzeit die regulatorische Unsicherheit in der Schweiz.

Entscheidend wird, ob die UBS ihren Aktienrückkaufplan über 3 Milliarden US-Dollar wie geplant bis Mitte 2027 umsetzen kann. Verschärfte Kapitalanforderungen aus Bern könnten diesen Spielraum einschränken.

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