UBS Aktie: JPMorgan bestätigt Kursziel 50 Franken

Die UBS gewinnt nach der Einigung mit IAG an der Börse; zugleich belasten strengere Kapitalvorgaben und mögliche Standortverlagerungen die Perspektive.

Die Kernpunkte:
  • UBS-Aktie legt um 2,3 Prozent zu
  • Rechtsstreit mit Versicherer IAG beigelegt
  • Ständerat stimmt für höhere Kapitaldeckung
  • UBS erwartet besseres drittes Quartal

Die Aktie der UBS hat am Freitag um 2,3 Prozent auf 43,59 Euro zugelegt. Für die Erholung an den Finanzmärkten sorgten laut Reuters Berichte über reaktivierte Überlegungen zu einem Rückzug aus der Schweiz sowie ein zeitgleich gemeldeter Vergleich im Streit um die Greensill-Fonds mit dem Versicherer IAG.

Vergleich bei übernommenen Altlasten

Die Einigung mit dem Versicherer IAG markiert einen wichtigen Schritt bei der Bewältigung von Rechtsrisiken, die aus dem Zusammenbruch der Greensill-Lieferkettenfinanzierungsfonds resultieren. Die UBS hatte diese Streitigkeiten im Zuge der Notübernahme der Credit Suisse mit übernommen. Der beigelegte Konflikt nimmt eine spürbare juristische Belastung aus der Bilanz, was Marktteilnehmer zum Wochenausklang positiv aufnahmen.

Zugleich fachten Meldungen über denkbare Pläne zur Verlagerung von Konzernteilen weg vom Schweizer Heimatmarkt Spekulationen über die künftige Struktur des Bankhauses an. Diese Überlegungen spiegeln die wachsende Skepsis wider, mit der das Institut den verschärften politischen Rahmenbedingungen in Bern begegnet.

Strengere Vorgaben durch Schweizer Politik

Die Diskussionen über den Standort folgen auf neue Initiativen des Gesetzgebers. Am Mittwoch stimmte der Schweizer Ständerat mit 29 zu 16 Stimmen dafür, dass die Großbank ihre Auslandstöchter zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen muss. Laut Reuters gilt diese Maßnahme als Ausdruck eines deutlich härteren regulatorischen Umfelds, das sich nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse formiert hat.

Unterstützung erhalten die Pläne auch von den Währungshütern: Der Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank, Antoine Martin, bezeichnete am Donnerstag eine CET1-Unterlegung von 90 Prozent für die Auslandseinheiten der UBS als angemessen. Höhere Kapitalanforderungen schränken jedoch potenziell die Flexibilität und die Renditemöglichkeiten ein, weshalb Investoren intensiv beobachten, wie das Management reagiert.

Ausblick und fundamentale Einschätzung

Rückenwind gab es ungeachtet der Regulierungssorgen von Analystenseite. JPMorgan bestätigte am Mittwoch die Einstufung „Overweight“ für die UBS-Aktie und bezifferte das Kursziel auf 50 Franken.

Konzernchef Sergio Ermotti hatte sich am Dienstag auf der Bank-of-America-Finanzkonferenz laut Bloomberg zur operativen Lage geäußert. Demnach erwartet die Bank für das dritte Quartal eine gegenüber dem Vorjahr verbesserte Geschäftsentwicklung.

Das Niveau des ungewöhnlich starken Vorjahreszeitraums 2025 werde voraussichtlich jedoch nicht erreicht. Präzisere Einblicke in die tatsächlichen Erträge und die Fortschritte bei der CS-Integration erhalten Anleger im kommenden Monat: Die UBS plant die Veröffentlichung der Quartalszahlen für den 28. Oktober.

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