UBS Aktie: Kapitalregel-Entscheidung auf 31. August verschoben

Die Schweizer Großbank UBS wartet weiter auf Klarheit bei den Kapitalvorschriften. Der Entscheid wurde auf den 31. August verschoben, während parallel US-Bußgelder von 125 Millionen Dollar fällig wurden.

Die Kernpunkte:
  • Entscheid über Kapitalregeln verschoben
  • 125 Millionen Dollar US-Strafen verhängt
  • Goldman Sachs bestätigt Neutral-Rating
  • Beteiligungen an Klöckner und flatexDEGIRO

Die Schweizer Großbank UBS muss weiterhin auf Klarheit bezüglich künftiger Kapitalvorschriften warten. Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) hat am Dienstag die Entscheidung über eine mögliche Verschärfung der Regeln auf den 31. August verschoben. Damit bleibt ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Bewertung des Instituts bestehen, während die Bank gleichzeitig an mehreren Fronten mit regulatorischen und strategischen Themen beschäftigt ist.

Regulatorische Hürden und US-Bußgelder

Im Zentrum der politischen Diskussion in der Schweiz steht eine deutliche Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen. Medienberichten zufolge wird eine Aufstockung des harten Kernkapitals (CET1) um rund 20 Milliarden US-Dollar erörtert.

Ein weiterer Streitpunkt in den parlamentarischen Beratungen ist die Frage, in welchem Umfang zusätzliche Kernkapital-Anleihen, sogenannte AT1-Papiere, auf diese Anforderungen angerechnet werden dürfen. Die Vertagung der Entscheidung bedeutet für Investoren, dass die finale Ausgestaltung der „Too-big-to-fail“-Regulierung erst im Spätsommer konkretere Formen annehmen wird.

Parallel zu den heimischen Debatten wurde die UBS in den USA zur Kasse gebeten. Die Behörden FinCEN und FINRA verhängten Bußgelder in einer Gesamthöhe von 125 Millionen US-Dollar gegen UBS Financial Services. Hintergrund sind laut den US-Behörden langjährige Mängel bei der Überwachung von Geldwäsche-Risiken, insbesondere im Bereich des Devisenhandels. Von der Gesamtsumme entfallen 20 Millionen US-Dollar auf die US-Finanzaufsicht FINRA.

Einordnung der Marktposition und Analystenstimmen

Die Aktie der UBS reagierte auf die Nachrichtenlage am gestrigen Mittwoch stabil und schloss bei 46,61 €. Das Papier weist damit seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 17 % auf. Trotz der regulatorischen Diskussionen notiert der Wert mit einem Abstand von nur 3,3 % knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Nach der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal hat das Analysehaus Goldman Sachs die Einstufung für die UBS-Aktie mit „Neutral“ bestätigt. Die Analysten bewerteten dabei die Bilanzzahlen, die am 30. Juli veröffentlicht worden waren. In diesem Berichtszeitraum konnte die Bank einen Gewinn ausweisen, der die Erwartungen des Marktes übertraf, während die regulatorischen Unsicherheiten weiterhin als bremsendes Element wahrgenommen werden.

Strategische Beteiligungen im Fokus

Neben dem Kerngeschäft rückte zuletzt das Beteiligungsmanagement der UBS Group AG in den Fokus. Im Rahmen von Stimmrechtsmitteilungen wurde bekannt, dass die Bank ihr Engagement bei verschiedenen europäischen Unternehmen neu geordnet hat.

Am Dienstag wurde eine Beteiligung von 3,45 % an dem deutschen Stahlhändler Klöckner & Co SE gemeldet. Zudem weist die aktuelle Aktionärsstruktur des Online-Brokers flatexDEGIRO eine Position der UBS zwischen 3 % und 5 % aus.

Gleichzeitig zog sich das Institut an anderer Stelle zurück: Beim österreichischen Baustoffhersteller Wienerberger AG wurde die Beteiligung von zuvor 5,09 % auf 3,83 % reduziert.

Diese Umschichtungen verdeutlichen die aktive Rolle der Bank als institutioneller Akteur in verschiedenen Marktsegmenten, während sie intern die Integration der übernommenen Credit Suisse und die Anpassung an das verschärfte regulatorische Umfeld vorantreibt.

Die Fortsetzung der parlamentarischen Beratungen am 31. August gilt nun als der nächste entscheidende Termin für die langfristige Kapitalplanung des Konzerns.

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