UBS Aktie: Kapitalstreit mit Regierung ungelöst

Die UBS hält den Parlamentskompromiss für unzureichend und sieht rund 13 Milliarden US-Dollar zusätzlichen Kapitalbedarf bei Umsetzung.

Die Kernpunkte:
  • UBS lehnt abgeschwächte Kapitalregeln ab
  • Parlament sieht 50 Prozent CET1 vor
  • SNB unterstützt strengere Regierungsvorgaben
  • Aktie seit Jahresbeginn 19 Prozent höher

Die Fronten zwischen der Schweizer Großbank UBS und der Finanzministerin Karin Keller-Sutter im Ringen um künftige Kapitalanforderungen bleiben verhärtet. Am vergangenen Dienstag wurde deutlich, dass beide Seiten in der Debatte über die geplante Verschärfung der Regularien weiterhin keine Einigung erzielen konnten.

Laut Reuters hält die Bank selbst die jüngst diskutierte, abgeschwächte Lösung des Parlaments für unzureichend. Die UBS verweist in diesem Zusammenhang auf einen zusätzlichen Kapitalbedarf von rund 13 Milliarden US-Dollar, der selbst bei Umsetzung dieser Kompromissvariante entstünde.

Parlamentarischer Kompromiss stößt auf Widerstand

Der Streit dreht sich primär um die Frage, wie stark die Auslandsbeteiligungen der Bank abgesichert werden müssen. Vor gut einer Woche hatte die zuständige Wirtschaftskommission des Ständerats einen Vorschlag unterbreitet, wonach diese Beteiligungen lediglich zu 50 % mit hartem Kernkapital (CET1) zu unterlegen sind. Dies stellt eine deutliche Abweichung zur ursprünglichen Position der Schweizer Regierung dar, die eine vollständige Unterlegung von 100 % gefordert hatte.

Medienberichten zufolge wurde dieser Kompromiss am vergangenen Montag bestätigt, doch die Bankenführung sieht darin weiterhin eine übermäßige Belastung. Die UBS argumentiert, dass die Anforderungen die Wettbewerbsfähigkeit einschränken könnten.

Während die parlamentarische Ebene eine Entlastung gegenüber den Regierungsplänen sucht, bleibt die Exekutive bei ihrem Kurs für deutlich striktere Puffer, um die Stabilität des Finanzplatzes nach der Integration der Credit Suisse langfristig zu sichern.

Unterstützung durch die Nationalbank

Rückendeckung erhält das Finanzministerium von der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Diese bekräftigte bereits am 26. August ihre Unterstützung für die harten Kapitalvorschläge der Regierung.

Die Aufsichtsbehörden zielen darauf ab, das Risiko einer erneuten Bankenkrise zu minimieren, indem die Eigenkapitalbasis der nun einzigen Schweizer Großbank massiv gestärkt wird. Bereits vor über einem Monat hatte zudem ein Senatsausschuss den Druck auf die UBS erhöht, was die politische Dimension des Verfahrens unterstreicht.

Trotz der regulatorischen Unsicherheiten blicken die Analysten der UBS für den breiteren Markt durchaus optimistisch auf den Sektor. Ende August stufte das Haus europäische Finanzwerte insgesamt weiterhin als attraktiv ein. Dabei verwiesen sie auf ein moderates Bewertungsniveau von rund dem Elffachen der für 2027 erwarteten Gewinne sowie auf eine attraktive Dividendenrendite von etwa 5 %.

Intern rechnen die Experten zudem mit anhaltend hohen Risikoprämien an den Anleihemärkten; so wurde die Prognose für die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen jüngst auf 4,9 % angehoben.

Aktie zeigt sich langfristig robust

Am heutigen Montag notiert die Aktie im deutschen Handel bei 47,18 Euro, was einem Rückgang von 1,3 % entspricht. Damit reagiert das Papier empfindlich auf die fortgeführte Debatte und den anhaltenden Dissens mit der Politik.

Dennoch weist der Titel im bisherigen Jahresverlauf eine positive Bilanz auf. Seit Jahresbeginn konnte der Kurs um 19 % zulegen und befindet sich damit weiterhin in der Nähe seiner Höchststände. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch liegt derzeit bei lediglich 2,1 %.

Zusätzliche Marktbeobachtungen der Bank signalisieren ein wachsames Auge auf geopolitische Entwicklungen. So verwies der Energieanalyst Giovanni Staunovo am vergangenen Donnerstag darauf, dass Spannungen im Nahen Osten den Ölpreis stützen könnten. Für Anleger bleibt die UBS-Aktie somit ein Spannungsfeld zwischen operativem Erfolg, einer freundlichen Sektoreinschätzung und dem ungelösten Kapitalstreit auf dem Heimatmarkt.

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