UBS Aktie: Kelleher akzeptiert AT1-Kompromiss
UBS bewertet den AT1-Kompromiss positiv, stellt aber den Schweizer Standort infrage und beendet zugleich ihr chinesisches Fondsvertriebsgeschäft.

- Kelleher akzeptiert parlamentarischen Kapitalvorschlag
- UBS warnt vor Standortprüfung
- Chinesisches Fondsvertriebsgeschäft wird eingestellt
- Anleiherückzahlung über 750 Millionen Pfund angekündigt
Die Debatte über die künftige Eigenkapitalausstattung der UBS bestimmt die strategische Ausrichtung der Schweizer Großbank. Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher bezeichnete am Donnerstag einen parlamentarischen Kompromissvorschlag als akzeptabel für das Institut. Die Regelung sieht vor, dass die Bank sogenannte Additional-Tier-1-Anleihen teilweise auf ihre regulatorischen Kapitalanforderungen anrechnen darf.
Gleichzeitig verknüpfte Kelleher die Debatte mit einer deutlichen Warnung an die Schweizer Politik. Sollten neue Auflagen die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stark belasten, müsse das Institut seinen Standort in der Schweiz sorgfältig überdenken.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters beläuft sich der finanzielle Vorteil des aktuellen Entwurfs auf erhebliche Summen. Investoren rechnen damit, dass UBS jährlich mehrere hundert Millionen US-Dollar einsparen könnte.
Milliardenvolumen durch AT1-Anrechnung
Der parlamentarische Kompromiss, der im August ausgearbeitet wurde, sieht für den Bankkonzern spürbar geringere Belastungen vor als der ursprüngliche Entwurf des Schweizer Bundesrats. Das Modell würde es dem Institut erlauben, zusätzliche $13 billion in AT1-Kapital für ausländische Einheiten anzusetzen. Eine parlamentarische Gruppe hatte im Vorfeld der Abstimmung im Ständerat versucht, die Vorlage nochmals an die Regierung zurückzuverweisen.
Für das Geldhaus geht es bei diesen Vorgaben um die langfristige Ertragsarchitektur. Höhere Eigenmittelanforderungen binden Liquidität, die andernfalls für operative Investitionen oder das laufende Geschäft zur Verfügung stünde. Die Möglichkeit, nachrangige Schuldtitel flexibler anzurechnen, mindert den Druck zur Aufstockung des teureren harten Kernkapitals.
Straffung des internationalen Portfolios
Unabhängig von den Diskussionen auf dem Heimatmarkt bereinigt das Institut seine internationalen Aktivitäten. Am 10. September kündigte das Unternehmen an, das chinesische Fondsvertriebsgeschäft bis Ende September einzustellen. Die im Jahr 2022 in Shenzhen gegründete Einheit konnte sich gegen die heimischen Wettbewerber auf dem chinesischen Markt nicht ausreichend behaupten.
Parallel dazu ordnet der Konzern seine Verbindlichkeiten. Am 8. September kündigte das Institut die vorzeitige Rückzahlung einer Anleihe über 750 Millionen britische Pfund an, deren Tilgung für den 30. September vorgesehen ist. An den Finanzmärkten schloss das Papier am vergangenen Freitag bei 43,71 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn der Aktie auf 9,9 Prozent.
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