UBS Aktie: Keller-Sutter bremst Abwanderungs-Pläne

Die UBS legte um 2,3 Prozent zu; strengere Kapitalvorgaben und der offene Gesetzgebungsprozess prägen die Debatte.

Die Kernpunkte:
  • Aktie gewinnt 2,3 Prozent
  • Medien berichten über Fusionsüberlegungen
  • Ständerat befürwortet strengere Eigenkapitalregeln
  • UBS einigt sich auf Steuerverfahren-Beilegung

Die Aktie der UBS hat am Freitag um 2,3 Prozent zugelegt und schloss bei 43,59 Euro. Für Rückenwind sorgten Berichte über wiederaufgenommene Gedankenspiele der Bankführung bezüglich eines Zusammenschlusses mit einem ausländischen Institut. Medienberichten zufolge wurden dabei Überlegungen laut, den Einfluss der heimischen Aufsichtsbehörden durch Partner wie Morgan Stanley, Standard Chartered oder die Deutsche Bank abzufedern.

Die Spekulationen treffen auf eine angespannte regulatorische Debatte im Heimatmarkt. Gestern trat die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter entsprechenden Gedankenspielen über eine Abwanderung entgegen. Ein Verlassen der Schweiz wäre für den Bankkonzern deutlich teurer und rechtlich weitaus komplizierter, betonte die Ministerin.

Hintergrund dieser Diskussion ist das Votum des Schweizer Ständerats, der strengere Eigenkapitalvorschriften befürwortet.

Bereits am Mittwoch hatte der Ständerat für die Verschärfung gestimmt. Die UBS reagierte mit deutlicher Kritik und warnte, dass die bereits international strengen Schweizer Regeln im Falle einer Bestätigung im weiteren Gesetzgebungsverfahren übermäßig verschärft würden. Das Institut legte parallel ein eigenes Positionspapier vor, das unter anderem eine Stärkung von AT1-Kapitalinstrumenten vorsieht und den Schutz der Steuerzahler thematisiert.

Für die Anleger bleibt der Ausgang des parlamentarischen Prozesses der entscheidende Unsicherheitsfaktor. Die Debatte um die Kapitalausstattung bindet Managementkapazitäten und wirft Fragen über künftige Spielräume für Ausschüttungen an die Anteilseigner auf.

Analysten sehen Spielraum für die Aktie

Trotz der politischen Hürden halten Marktbeobachter an ihren positiven Einschätzungen fest. Am Mittwoch bestätigte JPMorgan die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 50 Franken. Analyst Kian Abouhossein verwies dabei ausdrücklich auf die harte Haltung der Politik bei den Eigenkapitalregeln, sieht das Papier aber weiterhin aussichtsreich aufgestellt.

Bereits zu Wochenbeginn hatte RBC Capital Markets die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 44 Franken bestätigt, wobei die Analystin auf veränderte Szenarien für ausländische Tochtergesellschaften blickte.

Zugleich arbeitet das Institut Altlasten auf. Am Dienstag einigte sich die Bank mit der niederländischen Staatsanwaltschaft auf die Beilegung eines Steuerverfahrens aus früheren Credit-Suisse-Aktivitäten. Für fünf Millionen Euro wurden mutmaßlich unzutreffende Erklärungen früherer Kunden beigelegt, ohne dass eine strafrechtliche Verantwortung anerkannt wurde. Mit dem jüngsten Anstieg notiert der Titel noch 9,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

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