UBS Aktie: Kommission plant Sonderabgabe
Die Ständeratskommission will die Abgabe auf die UBS begrenzen und zusätzliche Verbindlichkeiten in die Berechnung einbeziehen.

- UBS wäre derzeit einzig beitragspflichtiges Institut
- Kommission fordert breitere Berechnungsgrundlage
- Gesetzesvorstoß ist noch nicht beschlossen
- Keine aktiven Gespräche über strategische Szenarien
Im Schweizer Gesetzgebungsverfahren zeichnen sich zusätzliche finanzielle Belastungen für die UBS ab. Nach den bisherigen Vorgaben der Parlamentskommission würde diese geplante Sonderabgabe derzeit ausschließlich das größte Bankhaus des Landes treffen.
Gesetzgeber visiert Public Liquidity Backstop an
Die vorgeschlagene Abgabe knüpft an den sogenannten Public Liquidity Backstop an. Dieses Sicherungsinstrument soll systemrelevanten Geldhäusern im Krisenfall staatliche Liquiditätshilfe garantieren. Nach dem Willen der Ständeratskommission soll der Kreis der beitragspflichtigen Institute jedoch eng begrenzt bleiben: Vorgesehen ist die Vorabgebühr lediglich für systemrelevante Institute, die über ein bedeutendes Auslandsgeschäft verfügen.
Nach aktueller Einschätzung der Kommission erfüllt einzig die UBS diese Kriterien. Zugleich forderten die Abgeordneten eine Verschärfung bei der Ermittlung der Abgabenhöhe.
Die Berechnungsgrundlage soll nach dem Willen der Kommission unter anderem um Bail-in-Verbindlichkeiten, um vorpositionierte Sicherheiten bei ausländischen Notenbanken sowie um weitere langfristige Refinanzierungsquellen erweitert werden. Bei dem Vorstoß handelt es sich um eine Zwischenetappe im laufenden Gesetzgebungsprozess und noch nicht um geltendes Recht.
Gedankenspiele um strategische Szenarien
Die Debatte über die künftigen Rahmenbedingungen spiegelt sich auch in der internen Planung des Finanzkonzerns wider.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur aus dem Umfeld des Konzerns zählen zu den theoretisch diskutierten Möglichkeiten eine Verlegung des Hauptsitzes, Zukäufe kleinerer Banken in den USA, ein Zusammenschluss mit einem europäischen Wettbewerber oder gar eine Übernahme der UBS selbst.
Aktive Verhandlungen über derartige Schritte finden nach Angaben von Reuters jedoch nicht statt. Das Bankhaus hat zudem wiederholt öffentlich betont, an seinem Hauptsitz in der Schweiz festhalten zu wollen.
Bilanztermin rückt näher
An den Finanzmärkten behauptete sich das Papier zuletzt stabil über den längerfristigen Orientierungsmarken. Die Aktie schloss am Freitag bei 42,43 Euro und notiert damit 3,8 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 40,86 Euro.
Klarheit über den aktuellen Geschäftsverlauf und mögliche finanzielle Vorsorgen erwarten Marktteilnehmer in Kürze.
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