UBS Aktie: Kunden legen 55 Milliarden Dollar drauf

UBS meldete für das dritte Quartal 2026 2,7 Milliarden US-Dollar Gewinn und erhöhte die Einsparungserwartung auf rund 13,7 Milliarden.

Die Kernpunkte:
  • 55 Milliarden US-Dollar Nettoneugeld im Wealth Management
  • RoCET1 im dritten Quartal bei 14,8 Prozent
  • Rund 90 Prozent der IT-Anwendungen abgeschaltet
  • Integration soll bis Ende 2026 weitgehend enden

UBS will trotz der bevorstehenden Schweizer Kapitalauflagen im Ausland wachsen. Wie eng diese Strategie mit der Standortfrage verbunden ist, verdeutlicht eine am Donnerstag bekannt gewordene Regierungsanalyse.

Das Reuters vorliegende Dokument untersucht mögliche Folgen eines Hauptsitzwechsels in die USA oder nach Grossbritannien. Ein solcher Schritt könnte Milliarden kosten und zugleich mögliche Belastungen durch strengere Schweizer Kapitalregeln teilweise ausgleichen.

Auslandsgeschäft bleibt strategischer Schwerpunkt

Die Analyse beschreibt damit keinen einfachen Ausweg aus der Kapitaldebatte. Möglichen Entlastungen bei den regulatorischen Anforderungen stünden erhebliche Kosten eines Wegzugs gegenüber. Für Anleger ist deshalb nicht allein die Frage des Hauptsitzes relevant. Entscheidend ist auch, wie UBS ihre internationale Wachstumsstrategie unter den künftigen Schweizer Vorgaben fortsetzen kann.

Am 28. Oktober erklärte die Bank, an ihrem diversifizierten Geschäftsmodell sowie ihrer globalen und regionalen Präsenz festzuhalten. Trotz der bevorstehenden Kapitalauflagen wolle sie nachhaltig im Ausland wachsen. Die Regierungsanalyse beleuchtet die möglichen wirtschaftlichen Folgen eines Standortwechsels; die Unternehmensaussage bekräftigt dagegen die internationale Ausrichtung des Geschäfts.

Beides ist voneinander zu trennen: Das untersuchte Szenario eines Wegzugs ist keine angekündigte Verlagerung. Ebenso bedeutet das Festhalten am Auslandsgeschäft nicht, dass dessen künftige Kapitalbelastung bereits feststeht.

Geschäftszahlen stützen den Wachstumskurs

Für das dritte Quartal 2026 meldete UBS einen Reingewinn von 2,7 Mrd. USD. Im Bereich Global Wealth Management kamen 55 Mrd. USD Nettoneugeld hinzu. Die Rendite auf das harte Kernkapital, RoCET1, erreichte 14,8%.

Damit stehen der regulatorischen Unsicherheit konkrete Geschäftsergebnisse gegenüber. Besonders das Nettoneugeld ist für die Einordnung der Wachstumspläne relevant: UBS berichtet über zusätzliche Kundengelder, während sie zugleich ihre internationale Präsenz verteidigt. Die Standortdebatte beschreibt somit nur einen Teil der Lage.

Integration soll weitgehend abgeschlossen werden

Parallel arbeitet UBS an der Zusammenführung mit Credit Suisse. CEO Sergio Ermotti erklärte am 28. Oktober, die Integration befinde sich in den letzten Schritten. Bis Ende 2026 soll sie weitgehend abgeschlossen sein.

Die Fortschritte betreffen auch die technische Zusammenführung. Nach Angaben der Bank waren rund 90 Prozent der zur Abschaltung vorgesehenen Credit-Suisse-IT-Anwendungen bereits ausser Betrieb.

Zudem erhöhte UBS ihre Erwartung für die kumulierten Bruttokosteneinsparungen bis Ende 2026 auf rund 13,7 Mrd. USD. Zuvor hatte sie rund 13,5 Mrd. USD erwartet.

Für Anleger stehen damit zwei Entwicklungen nebeneinander: UBS meldet Fortschritte bei Integration und Einsparungen und hält am internationalen Wachstum fest. Die möglichen strengeren Kapitalregeln bleiben dagegen ein Vorbehalt für die künftigen Rahmenbedingungen dieses Kurses.

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