UBS Aktie: Neues Vergütungsmodell für US-Berater

Das neue Anreizmodell soll US-Berater stärker binden; zugleich könnte eine geplante Kapitalvorgabe den Bedarf um rund 16 Milliarden US-Dollar erhöhen.

Die Kernpunkte:
  • Neue Vergütungsregeln gelten ab Januar
  • 60 Prozent Auszahlung ab 20 Millionen US-Dollar Umsatz
  • US-Beraterzahl sank auf 5.773
  • Ständerat befürwortet 90 Prozent Kernkapitalquote

Die Schweizer Großbank UBS stellt ihr Geschäft in den Vereinigten Staaten neu auf. Rob Karofsky und Michael Camacho kündigten für die dortige Vermögensverwaltung ein überarbeitetes Vergütungssystem an. Der Konzern reagiert damit auf den verschärften Wettbewerb um wohlhabende Privatkunden an der Wall Street und will Leistungsträger enger an das Haus binden.

Die neuen Vorgaben treten ab Januar in Kraft und belohnen vor allem Spitzenkräfte. Berater mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Millionen US-Dollar erhalten künftig eine Auszahlungsquote von 60 Prozent. Zugleich greifen für Erträge ab einer Million US-Dollar verbesserte Vergütungssätze und Barzahlungen.

Offensive gegen Beraterabgänge in Amerika

Neben den reinen Provisionssätzen berücksichtigt das Modell künftig auch die Dienstzeit, Spesenpauschalen sowie aufgeschobene Aktienprämien des Instituts. Damit setzt das Management auf eine mehrjährige Bindung, um die Loyalität der Berater im US-Finanzsektor nachhaltig zu stärken.

Der Vorstoß begegnet einem anhaltenden Beraterschwund im nordamerikanischen Markt. Die Zahl der Vermögensberater sank in der Region auf zuletzt 5.773, nachdem ein Jahr zuvor noch 6.002 Beschäftigte für die Schweizer tätig waren. Der Buchwert des gesamten US-Geschäfts beläuft sich auf rund 32 Milliarden US-Dollar.

Strategische Bedeutung und regulatorischer Druck

Trotz des Personalrückgangs gilt ein strategischer Rückzug aus den Vereinigten Staaten als unwahrscheinlich. Analystin Anke Reingen von RBC betont, dass die Bank den US-Bereich kaum verkaufen dürfte, um regulatorische Kapitalaufschläge zu vermeiden. Die Präsenz in Amerika bleibt für das weltweite Geschäft unverzichtbar.

Parallel dazu steht die Bank in Bern vor neuen Hürden: Gestern votierte der Ständerat dafür, ausländische Töchter zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital zu unterlegen. Für das Institut könnte diese Vorgabe nach eigenen Angaben einen zusätzlichen Kapitalbedarf von rund 16 Milliarden US-Dollar bedeuten.

Die Debatte über die regulatorischen Belastungen drückt seit Tagen auf die Stimmung der Anleger. Kritiker werfen der Führung vor, die politischen Risiken bei den Verhandlungen über die Bankenreform unterschätzt zu haben. Die ungelösten Fragen zur Eigenkapitalausstattung überlagern derzeit die operativen Fortschritte bei der Credit-Suisse-Integration.

Skepsis an den Aktienmärkten

An den Finanzmärkten spiegelt sich die Verunsicherung wider. Die UBS-Aktie notiert bei 41,95 Euro, was heute einem leichten Tagesverlust von 0,3 Prozent entspricht. Gegenüber ihrem 52-Wochen-Hoch weist das Papier einen Abstand von minus 13 Prozent auf.

Für die Großbank kommt es darauf an, das Auslandsgeschäft trotz der regulatorischen Vorgaben stabil zu halten. Ob die neuen Anreize für die Berater ausreichen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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