UBS Aktie: Optimes Wachstumsumfeld!
Politische Unterstützung für mildere Kapitalvorgaben entlastet UBS, während die Bank die Credit-Suisse-Integration und einen umfangreichen Stellenabbau vorantreibt.

- SVP unterstützt Kompromiss zu Kapitalanforderungen
- Starker Gewinnanstieg im dritten Quartal 2025
- Weiterer massiver Stellenabbau bis 2027 geplant
- Aktienkurs zeigt deutliche Erholung
Die politische Großwetterlage in Bern dreht sich zu Gunsten von UBS. Ein Kompromissvorschlag zu den Eigenkapitalanforderungen gewinnt Rückhalt – und nimmt der Aktie einen Teil des Regulierungsdrucks. Parallel treibt die Bank den harten Umbau nach der Credit‑Suisse-Übernahme voran, operativ läuft es bislang jedoch überraschend robust.
Politische Unterstützung für AT1-Kompromiss
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) stellt sich hinter einen Kompromissplan zu den künftigen Kapitalvorgaben für UBS. Die Partei hält rund ein Drittel der Sitze im Nationalrat und ist damit ein zentraler Faktor in der laufenden Regulierungdebatte.
Kern des Vorschlags: UBS soll künftig verstärkt sogenannte AT1-Anleihen (Additional Tier 1 Convertible Bonds) einsetzen können, um einen Teil der neuen Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. Diese nachrangigen Anleihen dienen als verlusttragendes Kapital und stärken die Puffer der Bank, ohne dass in vollem Umfang hartes Eigenkapital aufgebaut werden muss.
Damit rückt die Politik von der bisherigen, deutlich strengeren Linie ab. Zuvor standen zusätzliche Eigenkapitalanforderungen von rund 26 Milliarden Dollar im Raum. Der Kompromiss würde den Bedarf an frischem Eigenkapital spürbar verringern – ein klarer Unterschied in der finanziellen Belastung für UBS.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- SVP unterstützt AT1-Kompromiss bei den Kapitalvorgaben
- Ursprüngliche Regierungspläne sahen rund 26 Mrd. Dollar zusätzliches Eigenkapital vor
- Der Kompromissvorschlag stammt von einer überparteilichen Gruppe aus dem Dezember
- Nach Bekanntwerden der Positionierung drehte die UBS-Aktie ins Plus
Für den Markt ist das Signal eindeutig: Die Wahrscheinlichkeit, dass die endgültigen Regeln milder ausfallen als zunächst befürchtet, ist gestiegen. Das reduziert das wahrgenommene Regulierungsrisiko und schafft mehr Planungssicherheit.
Regulierung nach der Credit-Suisse-Übernahme
Auslöser der gesamten Debatte ist die Notübernahme der Credit Suisse im Jahr 2023. Die Schweizer Behörden hatten daraufhin die Bankenregulierung grundlegend überarbeitet, um das Finanzsystem widerstandsfähiger zu machen. UBS stemmt seither die Integration des früheren Rivalen und kämpft gleichzeitig gegen deutlich verschärfte Kapitalanforderungen an.
Die Unterstützung der SVP für den AT1‑Ansatz erhöht den politischen Druck, eine pragmatischere Lösung zu finden. Kommt der Kompromiss durch, wären die langfristigen Belastungen durch zusätzliches Eigenkapital für UBS deutlich geringer als in den ursprünglichen Szenarien.
Die Aktie spiegelt diese Entspannung: Mit 47,30 US‑Dollar liegt der Kurs nur noch rund 1,7 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 48,11 US‑Dollar. Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Plus von gut 33 Prozent – ein kräftiger Rebound, der die veränderte Erwartungslage zur Regulierung widerspiegelt.
Stellenabbau und Integration auf der Zielgeraden
Während die Regulierung in Bewegung kommt, läuft der interne Umbau auf Hochtouren. Bereits Mitte Januar startet eine neue Runde von Stellenstreichungen, eine weitere Phase ist für das kommende Jahr geplant. Diese soll mit der vollständigen Abschaltung der IT-Systeme der früheren Credit Suisse zusammenfallen.
Die Dimensionen der Integration sind erheblich:
- Die Fusion ließ die Belegschaft auf knapp 120.000 Mitarbeiter anschwellen
- Seitdem wurden rund 15.000 Stellen gestrichen
- Das interne Ziel liegt bei insgesamt 35.000 Stellenstreichungen
- Bis 2027 könnten zusätzlich etwa 10.000 Jobs entfallen
UBS befindet sich damit im letzten Jahr der Credit‑Suisse-Integration. Die IT-Migration für die Kunden der übernommenen Bank soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Bei einigen Ultra‑High‑Net‑Worth-Kunden wurde dieser Schritt jedoch um mehrere Monate verschoben, was die operative Komplexität der Integration verdeutlicht.
Mit Blick auf den Aktienkurs ist wichtig: Der Markt muss diese Restrukturierungskosten verdauen. Gleichzeitig honoriert er aber, dass der Konzern einen klar strukturierten Plan abarbeitet.
Operativ stark, Aktie weit über Durchschnitt
Trotz der hohen Integrationskosten liefert UBS solide operative Zahlen. Im dritten Quartal 2025 stieg der Nettogewinn auf 2,4 Milliarden Dollar – ein Zuwachs von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit zeigt sich, dass das kombinierte Geschäftsmodell aus Vermögensverwaltung, Investmentbanking und Privatkundengeschäft auch unter Ausnahmebedingungen Ertragskraft besitzt.
Die Bewertung spiegelt diese Stärke wider: Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 147 Milliarden Dollar, das Kurs‑Gewinn‑Verhältnis auf Basis der vergangenen zwölf Monate bei etwa 21. Charttechnisch handelt die Aktie aktuell deutlich über den mittelfristigen Durchschnittslinien. Mit 47,30 US‑Dollar notiert der Kurs rund 28 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 37,07 US‑Dollar und klar über dem 100‑Tage-Durchschnitt von 35,64 US‑Dollar.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 63,7 signalisiert einen kräftigen Aufwärtstrend, ohne bereits in klar überkaufte Regionen vorzudringen. Gleichzeitig unterstreicht eine annualisierte 30‑Tage-Volatilität von gut 90 Prozent, dass der Titel weiterhin schwankungsanfällig bleibt – politischer und integrativer Gegenwind ist im Kurs also noch nicht vollständig ausgepreist.
Doppelte Weichenstellung für die UBS Aktie
Für UBS treffen derzeit zwei zentrale Entwicklungen aufeinander: Auf der einen Seite entspannt sich die Regulierungslage, weil der AT1‑Kompromiss politisch Rückenwind erhält und die drohende Zusatzbelastung von 26 Milliarden Dollar wahrscheinlich abmildert. Auf der anderen Seite läuft der tiefgreifende Stellenabbau als Teil der Credit‑Suisse-Integration weiter, mit klar definierten Zielen bis 2027.
Operativ belegt das starke Gewinnwachstum, dass die Bank den Umbau aus einer Position der Stärke heraus angeht. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob die Politik den Kompromiss zu den Kapitalanforderungen tatsächlich in Gesetzesform gießt und UBS den ambitionierten Integrations- und Personalplan wie vorgesehen umsetzt.
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