UBS Aktie: Regulierungs-Streit eskaliert

Die UBS erzielt Rekordergebnisse, sieht sich aber mit massiven neuen Eigenkapitalforderungen der Schweizer Regierung konfrontiert. CEO Ermotti bleibt länger, um den politischen Kampf zu führen.

Die Kernpunkte:
  • Schweiz fordert bis zu 26 Milliarden Dollar mehr Eigenkapital
  • CEO Sergio Ermotti verlängert sein Mandat bis 2028
  • Bank meldet starkes Gewinn- und Vermögenswachstum
  • Politische Unsicherheit bremst Aktienkursentwicklung

Die UBS meldet Rekordgewinn und Rekordvermögen – doch statt Aufbruchstimmung herrscht Konfrontation. Der Schweizer Bundesrat will der Großbank Kapitalanforderungen aufzwingen, die international ohne Beispiel wären. Das Institut wehrt sich vehement, CEO Sergio Ermotti muss länger bleiben als geplant. Und Anleger fragen sich: Wer zahlt die Zeche?

26 Milliarden Dollar zusätzlich gefordert

Finanzministerin Karin Keller-Sutter zieht die Lehren aus dem Credit-Suisse-Kollaps konsequent durch. Ihre Forderung: Ausländische Tochtergesellschaften der UBS sollen künftig zu 100 Prozent mit Eigenkapital unterlegt werden – bisher sind es 60 Prozent. Die Rechnung ist simpel und schmerzhaft: Bis zu 26 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kernkapital müsste die Bank vorhalten.

Zwei Bundesrats-Gutachten beziffern die jährlichen Mehrkosten auf 640 Millionen bis 1,3 Milliarden Dollar. Im internationalen Vergleich würden die Kapitalanforderungen der UBS um mindestens 50 Prozent steigen – ein „Swiss Finish“, den das Management als unverhältnismäßig ablehnt. Die Bank argumentiert, die Maßnahme sei international nicht abgestimmt und schade der Wettbewerbsfähigkeit.

Der Bundesrat hält dagegen: Die Auswirkungen seien für UBS handhabbar. In der ersten Jahreshälfte 2026 wird der Gesetzesentwurf erarbeitet, die geplante Umsetzungsfrist beträgt sieben Jahre.

Ermotti bleibt – Nachfolge verschoben

Der regulatorische Gegenwind zwingt die Bank zur Kurskorrektur in der Führungsspitze. CEO Sergio Ermotti sollte ursprünglich im April 2027 abtreten, doch eine Einigung mit Bern ist vor 2028 kaum zu erwarten. Sein Mandat wurde deshalb verlängert – die Nachfolgeplanung liegt auf Eis.

Auch im Verwaltungsrat bereitet sich UBS auf den politischen Kampf vor. Für die Generalversammlung am 15. April 2026 nominierte das Institut Agustín Carstens, früherer Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, und Luca Maestri, langjähriger Apple-CFO. Die Botschaft ist klar: Regulatorische Expertise und Finanzstärke sind jetzt gefragt.

Rückkaufprogramm trotz Unsicherheit

Operativ läuft es bei UBS rund. Das Geschäftsjahr 2025 schloss mit einem Nettogewinn von 7,8 Milliarden Dollar ab, ein Plus von 53 Prozent. Das verwaltete Vermögen überstieg erstmals die Marke von 7 Billionen Dollar. Die Dividende soll auf 1,10 Dollar je Aktie steigen, ein Anstieg von 22 Prozent.

Für 2026 plant die Bank Aktienrückkäufe von bis zu 3 Milliarden Dollar und peilt eine Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent an. Doch die politische Unsicherheit bremst die Aktie. Während der europäische Bankenindex um 30 Prozent zulegte, hinkt UBS hinterher.

Bröckelnde politische Unterstützung

Drei Jahre nach dem Credit-Suisse-Debakel schwindet die Unterstützung für Keller-Sutters Verschärfungen. Nur SP, Grüne und Gewerkschaften stehen hinter dem Vorschlag. Bürgerliche Parlamentarier bringen einen Kompromiss ins Spiel: Die Bank könnte bis zu 50 Prozent der zusätzlichen Anforderungen mit AT1-Anleihen statt mit hartem Eigenkapital erfüllen – was den Kapitalbedarf deutlich senken würde.

Das letzte Wort hat das Parlament, frühestens 2027 könnten die Änderungen in Kraft treten. Bis dahin hält UBS an ihren Zielen fest – und Ermotti am Ruder.

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