UBS Aktie: Rekordgewinn, Rückkauf gebremst
Die Schweizer Grossbank übertrifft die Analystenerwartungen im zweiten Quartal deutlich, bremst jedoch das Rückkauftempo aufgrund eines politischen Streits um die Kapitalausstattung.

- Konzerngewinn steigt auf 2,80 Milliarden Dollar
- Rückkaufprogramm auf eine Milliarde begrenzt
- Integration der Credit Suisse senkt Kosten
- Kapitalstreit mit Regierung belastet Ausblick
UBS hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als von Analysten erwartet — und bremst trotzdem beim Tempo weiterer Aktienrückkäufe. Der Grund liegt nicht im operativen Geschäft, sondern in einem politischen Streit um die künftige Kapitalausstattung der Schweizer Grossbank. Genau diese Spannung zwischen starkem Zahlenwerk und vorsichtigem Ausblick prägt die Reaktion der Anleger an diesem Mittwoch.
Gewinn und Erträge übertreffen die Prognosen
Der Konzerngewinn kletterte im zweiten Quartal auf 2,80 Milliarden Dollar, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie stieg auf 0,87 Dollar von 0,72 Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur mit 2,39 Milliarden Dollar gerechnet.
Die Gesamterträge legten auf 13,70 Milliarden Dollar zu, nach 12,11 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Auf bereinigter Basis wuchsen die Erlöse um 16 Prozent auf 13,35 Milliarden Dollar, getragen von einem Plus von 14 Prozent im Kerngeschäft. Der Zinsüberschuss sprang um 22 Prozent auf 2,40 Milliarden Dollar.
Wealth Management und die Investmentbank waren die wichtigsten Wachstumstreiber, das Handelsgeschäft lieferte laut UBS ein Rekordquartal für ein zweites Quartal ab. In der globalen Vermögensverwaltung flossen netto 36 Milliarden Dollar an neuen Geldern zu. Die Region Amerika verzeichnete mit einem Zufluss von 1 Milliarde Dollar bereits das zweite positive Quartal in Folge — nach einer Phase mit Abflüssen infolge des Weggangs einzelner Kundenberater.
Kapitalstreit bremst das Rückkauftempo
UBS kündigte an, in den kommenden drei Monaten Aktien im Wert von mindestens 1 Milliarde Dollar zurückzukaufen, als Teil eines Programms über 3 Milliarden Dollar bis spätestens Mitte 2027. Im Juli waren bereits 3 Milliarden Dollar an Rückkäufen abgeschlossen worden. Analysten hatten für das Gesamtjahr 2026 mit Rückkäufen von rund 4,45 Milliarden Dollar gerechnet.
Wie schnell und in welchem Umfang UBS tatsächlich zurückkauft, hängt laut eigener Aussage von der kurzfristigen Geschäftsentwicklung ab — vor allem aber vom Ausgang der Schweizer Bankenregulierung, die seit der Übernahme der kollabierten Credit Suisse 2023 diskutiert wird. Die Regierung verlangt von UBS zusätzliches hartes Kernkapital von rund 20 Milliarden Dollar, was die Bank als überzogen und wettbewerbsschädlich bezeichnet. Das Parlament dürfte diese Forderung abschwächen, wenn es im kommenden Monat mit der Ausarbeitung des Gesetzes beginnt — Beobachter befürchten sonst, dass ein derart hoher permanenter Kapitalpuffer Investoren abschrecken könnte.
Integration zeigt Fortschritt bei den Kosten
Die Integration der Credit Suisse trägt weiter zur Kostendisziplin bei. Im zweiten Quartal kamen zusätzliche Bruttoeinsparungen von 1,1 Milliarden Dollar hinzu, kumuliert stehen damit 12,6 Milliarden Dollar zu Buche. Die Cost-Income-Ratio sank auf 72,9 Prozent von 80,5 Prozent im Vorjahr und unterbot damit die Konsensschätzung von 75,6 Prozent deutlich.
Der Personalabbau ging im Quartal um weitere 2.500 Vollzeitstellen weiter. Die interne Belegschaft liegt damit erstmals seit der Übernahme unter 100.000 Mitarbeitenden. UBS sieht sich zudem gut positioniert, das Kapitalrückführungsziel von rund 15 Prozent für das Jahresende 2026 zu übertreffen.
Die vollständige Integration der Credit Suisse soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Wie viel Spielraum UBS danach für Rückkäufe und Kapitalrückführungen tatsächlich hat, entscheidet sich mit der Gesetzesarbeit der Schweizer Lawmaker im kommenden Monat.
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