UBS Aktie: Ständerat beschließt 90-Prozent-Kapitalquote
Der Ständerat beschloss strengere Eigenkapitalvorgaben; der Nationalrat muss noch beraten, während UBS 16 Milliarden US-Dollar Mehrbedarf nennt.

- Nationalrat berät noch über Kapitalvorgaben
- UBS beziffert Mehrbedarf auf 16 Milliarden US-Dollar
- Fondsadministration soll an Northern Trust übergehen
- Quartalszahlen für den 28. Oktober angekündigt
Die Führungsspitze der Schweizer Großbank UBS lotet nach dem jüngsten Votum des Ständerats ihre strategischen Handlungsoptionen aus. Wie die Financial Times am Freitag berichtete, berät das Institut intern über mögliche Reaktionen auf die drohenden schärferen Kapitalanforderungen. Die politischen Vorschläge sind noch nicht rechtskräftig, da sie im nächsten Schritt durch den Schweizer Nationalrat beraten werden müssen.
Im Zentrum der Debatte steht der Beschluss der Parlamentskammer, ausländische Tochtergesellschaften der UBS künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital zu unterlegen. Das Institut beziffert den daraus resultierenden zusätzlichen Kapitalbedarf auf 16 Milliarden US-Dollar.
UBS-Chef Sergio Ermotti stellte vor gut einer Woche klar, dass die Schweiz für die Bank trotz der verschärften Rahmenbedingungen ein guter Standort bleibe. Zuvor hatten einzelne Investoren angesichts der drohenden Belastungen sogar einen möglichen Wegzug ins Gespräch gebracht.
Portfoliobereinigung und Quartalsbericht
Parallel zu den politischen Diskussionen treibt der Finanzkonzern die Bereinigung seiner Geschäftsaktivitäten voran. Vor gut einer Woche vereinbarte die UBS mit Northern Trust die Übertragung der früheren Credit-Suisse-Fondsadministrationsgeschäfte in der Schweiz und in Luxemburg.
Das Institut plant, dieses Segment vollständig zu verlassen. Der Vollzug dieser Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für das zweite Quartal 2027 angestrebt.
Klarheit über die operative Ertragskraft unter den veränderten Rahmenbedingungen erwarten die Marktteilnehmer in zwei Wochen. Die Bank hat angekündigt, ihre Finanzkennzahlen für das dritte Quartal 2026 am 28. Oktober vorzulegen. Neben dem Integrationsfortschritt der Credit Suisse dürften vor allem Aussagen zum weiteren Dialog mit der Schweizer Politik im Fokus stehen.
Kursentwicklung im übergeordneten Aufwärtstrend
An den Finanzmärkten sorgten die politischen Unsicherheiten zuletzt für Zurückhaltung, wenngleich der langfristige Trend stabil bleibt. Am gestrigen Montag beendete das Papier den Handel bei 42,86 Euro, was einem leichten Tagesrückgang von 0,2 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Kursplus von 7,8 Prozent zu Buche.
Ob der Gesetzgebungsprozess im Nationalrat zu Anpassungen der geforderten Eigenmittelausstattung führt, bleibt für die mittelfristige Kapitalallokation der Bank entscheidend. Bis zur Veröffentlichung des Zwischenberichts am 28. Oktober dürften vor allem neue Signale aus den parlamentarischen Beratungen den Ton an den Märkten vorgeben.
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