UBS Aktie: Thong leitet Healthcare-Expansion in Asien
UBS baut das Gesundheitsbanking in Asien aus und platziert in China eine Yuan-Anleihe zu 1,78 Prozent. Die UBS-Aktie bleibt nahe dem Jahreshoch.

- Samuel Thong übernimmt Asien-Leitung
- UBS platziert zwei Milliarden Yuan
- Chinesische Panda-Bonds wachsen um 67 Prozent
- Aktie seit Jahresbeginn 19 Prozent höher
Die Schweizer Großbank UBS verstärkt ihre Präsenz im asiatischen Wachstumsmarkt und nutzt gleichzeitig attraktive Finanzierungsbedingungen in der Region.
Mit der Verpflichtung von Samuel Thong als neuem Leiter für das Healthcare Investment Banking in Asien positioniert sich das Institut in einem Sektor, der zuletzt durch milliardenschwere Transaktionen von sich reden machte. Parallel dazu profitierte die Bank im chinesischen Anleihenmarkt von einem historischen Zinstief für ausländische Emittenten.
Fokus auf den Gesundheitsmarkt in Fernost
Die Ernennung von Samuel Thong unterstreicht die Ambitionen der UBS, ihre Rolle bei grenzüberschreitenden Transaktionen im Gesundheitswesen auszubauen. Thong bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung im Investmentbanking mit, wobei sein Fokus auf dem asiatischen Markt außerhalb Japans liegt. Diese personelle Weichenstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt hoher Dynamik in der Branche.
Allein in den vergangenen Tagen meldeten führende Pharma- und Biotech-Unternehmen aus Südkorea Abschlüsse mit einem Gesamtvolumen von über 7 Billionen Won, darunter umfangreiche Technologietransfers an globale Akteure wie Roche.
Auch bei der Bewertung anderer Branchengrößen zeigt sich die UBS aktiv. So hob das Haus bereits zuvor das Kursziel für das dänische Biotech-Unternehmen Genmab an. Marktbeobachter werten die aktuelle personelle Verstärkung als Versuch, von der steigenden Zahl an Fusionen, Übernahmen und Lizenzdeals im asiatischen Gesundheitssektor stärker zu profitieren.
Rekordtief bei Refinanzierungskosten
Im chinesischen Markt erzielte die UBS zuletzt einen Meilenstein bei der Eigenfinanzierung. Das Institut platzierte eine fünfjährige Anleihe über 2 Milliarden Yuan zu einem Zinssatz von 1,78 Prozent. Dies stellt die bisher günstigste Rendite dar, die eine ausländische Bank für ein derartiges Papier in China erreichen konnte. Die Emission steht im Kontext eines massiven Wachstums bei sogenannten Panda-Bonds.
Das Volumen dieser auf Yuan lautenden Anleihen ausländischer Emittenten stieg im Vorjahresvergleich um 67 Prozent auf insgesamt 214 Milliarden Yuan. Zusätzliche Impulse für diesen Markt werden ab September erwartet, wenn regulatorische Erleichterungen wie der Wegfall bestimmter Registrierungsgebühren in Kraft treten. Die UBS nutzt diese günstigen Bedingungen, um ihre Kapitalbasis in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt effizient zu steuern.
Divergierende Bewertungssignale
Für Anleger ergibt sich bei der UBS-Aktie derzeit ein vielschichtiges Bild. Während Modellrechnungen auf Basis künftiger Cashflows einen fairen Wert von bis zu 66,55 Schweizer Franken nahelegen, ist der breite Analystenkonsens mit einer Einschätzung von 44,11 Schweizer Franken deutlich zurückhaltender.
Schatten warf zuletzt ein Vergleich in den USA auf die Bilanz: Die Bank stimmte einer Zahlung von 125 Millionen US-Dollar zu, um Vorwürfe im Zusammenhang mit Mängeln bei der Geldwäschebekämpfung beizulegen.
Positive Einschätzungen kommen hingegen von UBS BB mit Blick auf den lateinamerikanischen Markt. Das Haus behält seine „Overweight“-Empfehlung für Brasilien bei. Begründet wird dies mit der starken Binnenmarktorientierung brasilianischer Unternehmen und der Erwartung, dass die dortige Zentralbank den Leitzins Selic um 1,25 Prozentpunkte senken wird.
An der Börse spiegelte sich die operative Entwicklung zuletzt in einer stabilen Kursführung wider. Im deutschen Handel schloss das Papier am Freitag bei 47,41 Euro. Damit beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro lediglich rund 1,6 Prozent. Seit Beginn des Jahres verzeichnet die Aktie einen Wertzuwachs von 19 Prozent.
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