UBS Aktie: Vorsteuergewinn springt 64 Prozent

UBS kauft Credit-Suisse-Anleihen für bis zu sechs Milliarden US-Dollar zurück, meldet höhere Quartalsgewinne und plant weitere Kapitalrückführungen.

Die Kernpunkte:
  • Rückkauf von neun Credit-Suisse-Anleihen
  • Transaktionsvolumen von sechs Milliarden US-Dollar
  • Konzerngewinn im zweiten Quartal gestiegen
  • Weitere Aktienrückkäufe bis 2027 geplant

Die Schweizer Großbank UBS forciert die Bereinigung ihrer Bilanz nach der Übernahme der Credit Suisse. Am vergangenen Mittwoch startete das Institut ein umfangreiches Rückkaufprogramm für neun verschiedene Anleihen, die ursprünglich von der Credit Suisse emittiert worden waren. Das maximale Volumen dieser Transaktion beläuft sich auf rund sechs Milliarden US-Dollar. Mit diesem Schritt verfolgt die Bank das Ziel, ihre Kapitalstruktur aktiv zu steuern und die künftigen Zinsaufwendungen nachhaltig zu senken.

Es handelt sich um eine gezielte Maßnahme zur Optimierung der Verbindlichkeiten, die im Zuge der historischen Bankenfusion in die Bücher der UBS übergegangen sind. Durch den Rückkauf der Papiere unter dem ursprünglichen Nennwert oder zu aktuellen Marktkonditionen kann das Institut seine Zinslast reduzieren und gleichzeitig die Komplexität der übernommenen Schuldenstruktur verringern.

Widerstand gegen kostspielige Regulierungsvorschläge

Parallel zur Bereinigung der Bilanz sieht sich die UBS mit neuen regulatorischen Debatten in der Schweiz konfrontiert. Am vergangenen Dienstag äußerte sich die Bank offiziell zu den Empfehlungen der ständerätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-S) zur künftigen Bankenregulierung.

Zwar betonte die UBS in einer Medienmitteilung, dass sie gezielte und international abgestimmte Anpassungen der Vorschriften unterstütze, warnte jedoch gleichzeitig vor den Konsequenzen der spezifischen WAK-S-Vorschläge.

Die Bank wies darauf hin, dass die Umsetzung dieser nationalen Alleingänge mit beträchtlichen Zusatzkosten verbunden wäre. In der Branche wird befürchtet, dass verschärfte Kapitalanforderungen die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz beeinträchtigen könnten.

Diese Diskussion um die sogenannten Kapitalpuffer begleitet das Institut bereits seit Monaten, wobei der Druck durch politische Gremien zuletzt am vergangenen Dienstag weiter thematisiert wurde.

Operative Stärke stützt den Aktienkurs

Trotz der regulatorischen Unsicherheiten zeigt sich die UBS operativ robust. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Konzerngewinn von 2,80 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 17 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Der Vorsteuergewinn kletterte sogar um 64 % auf 3,59 Milliarden US-Dollar, während die Erträge um 13 % auf 13,70 Milliarden US-Dollar zulegten. Diese Zahlen unterstreichen die Fortschritte bei der Integration der Credit Suisse, wobei das bereinigte Kosten-Ertrags-Verhältnis mit 70,0 % eine verbesserte Effizienz ausweist.

An der Börse wird diese Entwicklung positiv honoriert. Am gestrigen Freitag schloss die Aktie bei 47,80 Euro. Damit weist das Papier seit Jahresbeginn eine Performance von 20 % auf und notiert aktuell lediglich 0,8 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Das Vertrauen der Anleger speist sich zudem aus den angekündigten Kapitalrückführungen: Bis zum zweiten Quartal 2027 plant die UBS ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von drei Milliarden US-Dollar.

Langfristig stellt sich die Bank zudem personell neu auf. Laut Medienberichten plant CEO Sergio Ermotti seinen Rücktritt für April 2027, sobald die Integration der Credit Suisse weitgehend abgeschlossen ist.

Als potenzielle Nachfolger werden bereits bankinterne Führungskräfte wie Aleksandar Ivanovic aus dem Asset Management sowie Iqbal Khan und Robert Karofsky, die Co-Leiter des Wealth Managements, gehandelt. Auch der COO Bea Martin wird eine Rolle im künftigen Auswahlprozess zugeschrieben.

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