UBS Aktie: Wegzug vom Tisch?

Die UBS beziffert den zusätzlichen Kapitalbedarf durch geplante Vorgaben auf rund 16 Milliarden US-Dollar; das Parlament berät weiter.

Die Kernpunkte:
  • Finanzministerin hält Wegzug für unwahrscheinlich
  • Ständerat beschließt 90 Prozent CET1-Unterlegung
  • UBS nennt rund 16 Milliarden Dollar Mehrbedarf
  • Steuerverfahren endet mit fünf Millionen Euro Zahlung

Die Diskussion über die regulatorische Zukunft der UBS sorgt in der Schweiz für klare Fronten zwischen Politik und Bankensektor. Nach Spekulationen über eine Verlagerung des Instituts ins Ausland erteilte die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter derartigen Gedankenspielen eine deutliche Absage. Gleichzeitig bereitet sich das Institut auf die weiteren Beratungen im Schweizer Parlament vor.

Klare Absage an Wegzugsüberlegungen

Finanzministerin Karin Keller-Sutter bezeichnete am 26. September einen Wegzug der Grossbank aus der Schweiz als unwahrscheinlich. Ein solcher Schritt sei teurer als die neuen Kapitalregeln und zudem rechtlich kompliziert. Medienberichten zufolge hatten zuvor Berichte über angebliche Gedankenspiele zu einem Wegzug oder einem ausländischen Zusammenschluss die Runde gemacht.

Die politische Debatte hatte sich verschärft, nachdem der Schweizer Ständerat vor gut einer Woche für strengere Eigenmittelregeln gestimmt hatte. Die Aktie verzeichnete seither auf Sieben-Tages-Sicht ein Minus von 2,7 Prozent. Gemäss dem Beschluss der kleinen Kammer sollen ausländische Tochtergesellschaften zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegt werden.

Antoine Martin, Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank, bezeichnete diesen Wert am 24. September als gutes Ergebnis. Aus Sicht der Finanzstabilität wären 100 Prozent jedoch noch besser gewesen.

Widerstand formiert sich unterdessen in der Schweizer Wirtschaft. Laut Reuters wandten sich mehrere Wirtschaftsverbände, darunter economiesuisse, bereits am 21. September an das Parlament. Sie warnten vor Wettbewerbsnachteilen durch übermässige Vorgaben. Die Gesetzesvorlage geht zur weiteren Beratung an den Nationalrat.

Milliardenforderungen und juristischer Altfall

Die finanziellen Konsequenzen der geplanten Regeln stuft die Grossbank als gravierend ein. Laut eigenen Angaben würde die Umsetzung des Ständeratsbeschlusses für die UBS AG rund 16 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem CET1-Kapital bedeuten. Zusammen mit weiteren Vorgaben bezifferte das Institut den gesamten zusätzlichen Kapitalbedarf seit der Übernahme der Credit Suisse auf rund 33 Milliarden US-Dollar.

Parallel zur politischen Debatte bereinigt der Konzern frühere Rechtsstreitigkeiten der übernommenen Credit Suisse AG. Am 22. September einigte sich die Bank mit der niederländischen Staatsanwaltschaft auf die Beilegung eines Altverfahrens zu Steuererklärungen früherer Kunden aus den Jahren 2005 bis 2015. Die Bank zahlt dafür 5 Millionen Euro, was ausdrücklich kein Schuldeingeständnis darstellt.

Termine im Herbst und Marktüberblick

Am Markt spiegeln sich die anhaltenden Diskussionen im Kurs wider. Das Papier schloss am Freitag bei 42,39 Euro und notiert damit 12 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Für das Kapitalmanagement setzt das Institut weitere Schritte um. Am 27. Oktober 2026 zahlt die Grossbank ihre ausstehenden Senior Notes über 8.300.000.000 Yen mit ursprünglicher Fälligkeit 2027 vollständig zurück.

Konkrete operative Einblicke folgen wenig später. Am 28. Oktober 2026 wird das Institut die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlichen. Dieser Termin dürfte Aufschluss darüber geben, wie sich das operative Geschäft inmitten der anhaltenden Standortdebatte behauptet.

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