UBS Gold Miners ETF: 2,71 Prozent Plus nach schwachem US-Arbeitsmarkt
Schwache US-Jobdaten beflügeln Goldminen-ETFs. Trotz Erholung bleibt der Fonds deutlich unter seinem Februar-Hoch.

- US-Arbeitsmarkt enttäuscht mit nur 57.000 Stellen
- Goldpreis steigt auf bis zu 4.175 Dollar
- Torex Gold und Bellevue mit starken Quartalszahlen
- ETF-Volatilität bei über 51 Prozent
Der Goldsektor bekommt neuen Rückenwind. Nach wochenlanger Talfahrt zeigen die Kurse der Goldminenwerte wieder nach oben. Auslöser: ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht. Der UBS Solactive Global Pure Gold Miners ETF notiert bei 39,86 Euro und legt binnen sieben Tagen um 2,71 Prozent zu. Trotz des jüngsten Anstiegs liegt der Fonds noch 21,72 Prozent unter seinem Februar-Hoch von 50,92 Euro.
Arbeitsmarkt enttäuscht
Der US-Arbeitsmarktbericht für Juni brachte die Wende. Statt erwarteter 110.000 bis 115.000 Stellen entstanden nur 57.000 neue Jobs. Ein deutlicher Dämpfer. Marktteilnehmer reagierten prompt: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September fiel von über 60 auf knapp 57 Prozent. Gold konnte sich daraufhin in die Spanne von 4.140 bis 4.175 Dollar je Feinunze retten. Die Minenaktien zogen mit.
Für reine Goldminen-ETFs ist dieser Zusammenhang existenziell. Steigende Zinsen belasten den Goldpreis, niedrigere Förderkosten drücken die Gewinne der Minenbetreiber. Umgekehrt wirken sinkende Zinserwartungen wie ein Hebel – die Aktien reagieren stärker als das Metall selbst. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität des Fonds liegt bei 51,24 Prozent. Das ist kein Papiertiger, das ist ein Ritt auf der Rasierklinge.
Starke Produktionszahlen
Drei der größten Positionen im zugrunde liegenden Index lieferten positive Quartalsdaten:
- Torex Gold: 96.297 Unzen Goldäquivalent im zweiten Quartal. Die Jahresprognose von 420.000 bis 470.000 Unzen bleibt bestehen. Das Unternehmen kaufte im Quartal 990.982 eigene Aktien zurück.
- Bellevue Gold: 41.643 Unzen im Juni-Quartal. Der Wert übertraf die Jahresprognose – insgesamt 144.000 Unzen im Geschäftsjahr.
- Newmont: Rekord-Fre现金flüsse von 3,1 Milliarden Dollar im ersten Quartal. Der Branchenriese gibt dem Fonds Stabilität in der Konsolidierungsphase.
Diese Nachrichten sind ermutigend. Sie zeigen: Die operative Basis der Goldminen-Branche ist intakt, auch wenn der Goldpreis zwischenzeitlich unter Druck stand.
Technische Lage und Ausblick
Der ETF notiert mit einem 14-Tage-RSI von 43,9 im neutralen Bereich. Weder überkauft noch überverkauft – klassische Seitwärtsbewegung. Die Erholung von 10,25 Prozent vom Jahrestief bei 36,16 Euro im Juni ist respektabel, aber kein Befreiungsschlag.
Die Hürden liegen voraus: Gold-ETF-Bestände fielen unter 3.000 Tonnen – der tiefste Stand seit September. Dazu droht der US-Dollar wieder stärker zu werden. Beides sind Bremsklötze für den Goldpreis.
Die geldpolitischen Signale bleiben der Schlüsselfaktor. Mit zwölf Rekordhochs im Januar und einem zwischenzeitlichen Höchststand von 5.400 Dollar zeigte der Goldpreis, was möglich ist. Die anschließende Liquidationsphase bis Juni hat viele Anleger verunsichert. Jetzt richten sich alle Blicke auf das FOMC-Protokoll. Es wird zeigen, ob die aktuellen Erholungstendenzen bei den Minenwerten Substanz haben – oder nur eine Atempause im Abwärtstrend sind.
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