Ubtech: Boshi-Gruppe vertreibt U1 ab 15. Juli
Ubtech sichert sich mit der Boshi-Gruppe einen neuen Vertriebskanal für den humanoiden Roboter UWORLD U1 in Peking, Tianjin und Hebei.

- Boshi-Gruppe wird autorisierter Vertriebspartner
- UWORLD U1 in Mercedes- und Hyundai-Autohäusern
- Preisspanne von 119.800 bis 990.000 Yuan
- Aktie bleibt trotz Deal unter Druck
Die Boshi-Gruppe, ein strategischer Partner von Mercedes-Benz in China, unterzeichnete am 15. Juli 2026 eine Vereinbarung zum Verkauf der überrealistischen Humanoiden-Roboter von Ubtech. Damit wird Boshi zum ersten offiziell autorisierten Partner des Unternehmens in der Region Peking-Tianjin-Hebei.
Vertrieb über Mercedes- und Hyundai-Autohäuser
Konkret soll das Modell UWORLD U1 künftig über die 4S-Autohäuser der Boshi-Gruppe angeboten werden – darunter Mercedes-Benz- und Hyundai-Standorte in Peking, Tianjin und der Provinz Hebei. Beide Unternehmen wollen dabei enger zusammenarbeiten als bei einer reinen Handelsvereinbarung: Geplant ist ein geschlossener Kreislauf aus technischer Entwicklung, Kanalbetrieb, Anwendungsszenarien und Kundendienst. Zusätzlich soll der U1 im sogenannten „Mechanical Eden“-Erlebnisraum der Boshi-Gruppe platziert werden, wo er vermögenden Kunden im Rahmen eines Mietmodells zugänglich gemacht wird. Für Ubtech bedeutet die Kooperation einen Zugang zu einer zahlungskräftigen Zielgruppe abseits klassischer Elektronikhändler.
Humanoide Serie mit hohem Anspruch
Der Deal fällt in eine Phase intensiver Produktoffensive. Auf einer globalen Launch-Veranstaltung in Shenzhen hatte Ubtech seine UWORLD-U1-Serie vorgestellt, die als weltweit erster in Serie produzierter, überrealistischer Humanoide in voller Körpergröße vermarktet wird. Die Preisspanne reicht von 119.800 Yuan für die Basisversion bis zu 990.000 Yuan für die Ultra-Variante, ausgestattet mit Augenkameras, Brustsensoren und Mikrofonen. Insgesamt zeigte das Unternehmen mehr als 50 überrealistische Modelle und meldete zeitweise über 11.000 Vorbestellungen. Parallel sorgte der Walker C1, ein kommerzieller Humanoide in voller Größe, mit einer Ballettvorführung auf der Chain Expo 2026 für Aufmerksamkeit, wo Ubtech als exklusiver Roboterpartner der Messe auftrat. Für die Fertigung kooperiert das Unternehmen mit Siemens Digital Industries Software und peilt bis 2026 eine Jahreskapazität von 10.000 Einheiten an.
Bewertung bleibt Streitpunkt
Trotz der Produktdichte bleibt die Profitabilität eine offene Baustelle. Simply Wall St wies das Unternehmen zuletzt als weiterhin verlustreich aus, mit einem ausgewiesenen Fehlbetrag von 703,191 Millionen Yuan. Die Aktie notierte demnach bei 83,55 Hongkong-Dollar gegenüber einem Analystenkursziel von 153,06 Hongkong-Dollar. Auffällig ist das Bewertungsniveau: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis lag bei 18,2 – deutlich über dem Branchendurchschnitt von 1,1 und auch über dem Vergleichswert der Konkurrenz von 10,8. Simply Wall St bezifferte ein als fair erachtetes Kurs-Umsatz-Verhältnis auf lediglich 7,4. Die Umsätze des Unternehmens sind zudem stark auf das chinesische Festland konzentriert, was zusätzliche geografische Abhängigkeiten schafft. Die in New York gehandelten Class-H-Papiere von Ubtech schlossen am 14. Juli 2026 bei 11,18 US-Dollar, ein Plus von 6,99 Prozent gegenüber dem Vortag.
Kursverlauf unter Druck
An der Frankfurter Notierung zeigt sich das Bild deutlich schwächer. Der Schlusskurs lag zuletzt bei 9,49 Euro, nach einem Rückgang von 3,86 Prozent auf Wochensicht und 24,26 Prozent auf Monatssicht. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 34,58 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 17,00 Euro, erreicht am 19. Januar 2026, trennen die Aktie mittlerweile 44,20 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 8,91 Euro, aufgestellt erst am 13. Juli 2026, beträgt der Abstand dagegen nur noch 6,45 Prozent. Auch die gleitenden Durchschnitte signalisieren fortgesetzten Abwärtsdruck: Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 11,73 Euro, der 100-Tage-Durchschnitt bei 11,79 Euro – jeweils klar über dem aktuellen Niveau. Der RSI von 38,8 deutet auf eine überverkaufte, aber nicht extreme Marktlage hin, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 84,78 Prozent auf ein weiterhin sehr schwankungsanfälliges Papier verweist. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 4,76 Milliarden Euro.
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