Ubtech Robotics Aktie: Hiproject-Deal auf dem Balkan?
Ubtech erweitert den Vertrieb in fünf Balkanländern und meldet erste U1-Auslieferungen in China; die Aktie liegt seit Jahresbeginn 40 Prozent im Minus.

- Hiproject erhält exklusive Vertriebsrechte für fünf Länder
- Erste U1-Roboter gingen in China an Haushalte
- Fertigungsstätte für jährlich über 10.000 Roboter
- Aktie seit Jahresbeginn 40 Prozent schwächer
Messeauftritt und Partnernetzwerk auf dem Balkan
Ubtech Robotics forciert die internationale Vermarktung seiner humanoiden Robotermodelle. Auf der slowenischen Industriemesse MOS präsentierte das Unternehmen am 18. September das Modell Walker C1. Den Auftritt verband der Hersteller mit dem Abschluss einer Vertriebsvereinbarung mit dem regionalen Partner Hiproject.
Die Vereinbarung räumt Hiproject den exklusiven Vertrieb sowie die Systemintegration in der Region ein. Die Partnerschaft deckt Slowenien und Kroatien ab. Hinzu kommen Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Nordmazedonien. Konkrete Lieferziele oder finanzielle Details zum Auftragsvolumen nannten die Vertragspartner bei der Vorstellung allerdings nicht.
Auslieferungen im chinesischen Konsumentenbereich
Parallel zu den Schritten auf europäischen Industriemessen treibt der Hersteller auch das Endkundengeschäft voran. Medienberichten zufolge begannen am 16. September in China die ersten Auslieferungen des humanoiden Begleitroboters U1 an Privathaushalte. Der Vertrieb erfolgt unter Ubtechs Konsumentenmarke UWorld.
Für das Begleitmodell werden Preise zwischen 119.800 Yuan und 990.000 Yuan genannt. Zudem sollen Medienberichten zufolge bereits mehr als 13.000 Reservierungsanzahlungen vorliegen. Eine offizielle Bestätigung dieser Absatzzahlen über regulatorische Mitteilungen des Unternehmens steht bislang allerdings noch aus.
Mit dieser Strategie versucht Ubtech, neben dem Industriesektor auch private Lebensbereiche zu erschließen. Während im Heimbereich langfristige Skaleneffekte angestrebt werden, hängt die operative Tragfähigkeit auf kurze Sicht vor allem an industriellen Einsatzfeldern.
Produktionsausbau und Börsenumfeld
Die Vertriebsaktivitäten knüpfen an den Ausbau der heimischen Fertigungskapazitäten an. Die Inbetriebnahme der Großfertigung humanoider Roboter erfolgte vor gut einer Woche, seither gab die Aktie um 6,2 Prozent nach. Die Super Smart Factory im chinesischen Liuzhou ist auf eine Jahreskapazität von über 10.000 Einheiten ausgelegt. Der Standort fertigt die Baureihen Walker S sowie Cruzr im Zehn-Minuten-Takt.
Für Marktteilnehmer bleibt entscheidend, wie schnell sich die geschaffenen Kapazitäten in verbindlichen Großaufträgen niederschlagen. Ohne konkrete Abnahmevolumina bei neuen Kooperationen bleibt die künftige Auslastung der Fertigungslinien schwer kalkulierbar.
An den Finanzmärkten setzte sich die schwache Tendenz der Vormonate fort. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 8,68 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Kursverlust von 40 Prozent und notiert nur knapp über dem bisherigen 52-Wochen-Tief von 8,24 Euro.
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