Ubtech Robotics Aktie: Humanoide werden Hauptgeschäft

Ubtech steigert den Halbjahresumsatz um 104,2 Prozent, senkt den Nettoverlust und baut mit Partnern das Robotikgeschäft weiter aus.

Die Kernpunkte:
  • Halbjahresumsatz mehr als verdoppelt
  • Humanoide Roboter liefern 590,3 Millionen Renminbi
  • Nettoverlust um 23 Prozent reduziert
  • Aktie bleibt nahe dem Jahrestief

Ubtech Robotics hat am 28. August seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt – und die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kurssprung von 5,5 Prozent auf 9,39 Euro. Der Konzernumsatz kletterte auf 1,27 Milliarden Renminbi, ein Plus von 104,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Treiber dieses Wachstums war vor allem ein Segment: die humanoiden Großroboter.

Humanoide Roboter werden zum Hauptgeschäft

Der Umsatz mit vollformatigen humanoiden Robotern schoss um 1.445 Prozent auf 590,3 Millionen Renminbi in die Höhe und macht damit inzwischen 46,5 Prozent des Konzernumsatzes aus. Ubtech verkaufte im Halbjahr 921 dieser Roboter, ein Plus von 1.946,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Bruttomarge in diesem Bereich verbesserte sich um 9,7 Prozentpunkte auf 44,7 Prozent, der Bruttogewinn stieg um 160,9 Prozent auf 566,9 Millionen Renminbi.

Trotz des starken Wachstums bleibt Ubtech in der Verlustzone: Der Nettoverlust lag bei 339 Millionen Renminbi, immerhin 23 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch der bereinigte EBITDA-Verlust schmolz um 45,9 Prozent.

Die Forschungsausgaben stiegen um 38,9 Prozent auf 303,1 Millionen Renminbi, was 23,9 Prozent des Umsatzes entspricht – ein Beleg dafür, dass das Unternehmen weiter kräftig in die Entwicklung seiner Humanoiden investiert. Für das Gesamtjahr peilt Ubtech eine Produktion von 10.000 vollformatigen humanoiden Robotern an.

Partnerschaften sollen Lieferkette und Technologie absichern

Parallel zu den Zahlen baute Ubtech sein Netzwerk an Kooperationen aus. Bereits am 19. August hatten Ubtech und der Halbleiterhersteller BASiC Semiconductor am Rande der World Robot Conference in Peking eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Im Zentrum stehen Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter für humanoide Roboter mit verkörperter Intelligenz – zudem ist geplant, Ubtech-Roboter in den Produktionslinien von BASiC einzusetzen.

Mit den Halbjahreszahlen wurde zudem ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Chipentwickler MetaX bekannt, das Chips für verkörperte Intelligenz entwickeln und produzieren soll. Außerdem kooperiert Ubtech mit Siemens bei digitalen Werkzeugen für Roboterdesign und Fertigung, um die Produktion weiter hochzuskalieren.

Ergänzt wird das Portfolio seit April durch die konsolidierte Übernahme von Fenglong, die im Halbjahr 139,2 Millionen Renminbi Umsatz aus den Bereichen Gartengeräte, Automobilzulieferung und Hydraulikkomponenten beisteuerte.

Am 26. August stimmten die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zudem über Bankfinanzierungen, eine geänderte Mittelverwendung der IPO-Erlöse sowie ein neues Aktienanreizprogramm für H-Aktien ab.

Kurs bleibt trotz starker Zahlen unter Druck

Der Kurssprung am Freitag kann den mittelfristigen Abwärtstrend bislang nicht durchbrechen. Auf Sicht von 30 Tagen steht die Aktie noch mit 6,5 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn beträgt der Rückstand 35 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 17,00 Euro, notiert im Januar, trennen den Titel weiterhin 45 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 8,50 Euro, das erst Ende Juli erreicht wurde, besteht dagegen nur noch ein Abstand von 10 Prozent – die Aktie bewegt sich damit näher an ihrem Jahrestief als an ihrem Hoch.

Die operativen Fortschritte bei Ubtech sind unübersehbar: explosives Wachstum im Kerngeschäft, sinkende Verluste, ein wachsendes Netzwerk an Technologiepartnern. Ob diese Dynamik reicht, um das Vertrauen der Anleger nach dem schwachen Jahresverlauf zurückzugewinnen, dürfte sich an den kommenden Auslieferungszahlen der humanoiden Roboterserien entscheiden.

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