Ubtech Robotics Aktie: Kurs fällt 41 Prozent seit Jahresanfang

Ubtech nimmt neue Roboterfabrik in Liuzhou in Betrieb, meldet 590,3 Millionen Renminbi Spartenumsatz und verzeichnet Halbjahresverlust.

Die Kernpunkte:
  • Neue Produktionsstätte in Liuzhou eröffnet
  • Jahreskapazität von über 10.000 Robotern
  • Spartenumsatz steigt auf 590,3 Millionen Renminbi
  • Halbjahresverlust erreicht 338,8 Millionen Renminbi

Mit einem geplanten Fertigungstakt von zehn Minuten pro Einheit und einer projektierten Jahreskapazität von über 10.000 Robotern will Ubtech Robotics die industrielle Serienfertigung humanoider Maschinen vorantreiben. Am Samstag nahm das Unternehmen seine neue Produktionsstätte im südchinesischen Liuzhou in Betrieb.

Der Schritt markiert für den Robotikspezialisten den Versuch, die Fertigung aus dem Prototypenstadium in die Großserie zu überführen. Bislang dominiert in der Branche die aufwendige Einzelmontage von Hand. Die neue Fabrik soll über automatisierte Abläufe die Stückkosten senken und die Skalierung humanoider Modelle für den Industrieeinsatz beschleunigen.

Digitale Zwillinge in der Fertigung

Die Fertigungshalle umfasst eine Fläche von 14.000 Quadratmetern bei einer Bauhöhe von 13,8 Metern. Bei der Planung arbeitete das Unternehmen mit Siemens Digital Industries Software zusammen, um die Produktionsabläufe über die Software Plant Simulation vorab als digitalen Zwilling zu modellieren.

In Liuzhou laufen künftig die zweibeinigen Roboter der Reihe Walker S sowie die rollenden Einheiten der Modellreihe Cruzr vom Band. Für die werksinterne Logistik setzt das Unternehmen ebenfalls auf eigene Transportsysteme. Nach Aussage von Pang Jianxin, Vice President bei Ubtech, sieht sich China im Bereich der humanoiden Robotik mittlerweile in der globalen Spitzengruppe.

Leistungsdaten und finanzielle Belastung

Parallel zum Kapazitätsausbau meldet der Hersteller technische Kennzahlen für seine Systeme. Das Modell Walker S2 bewältigt Hebelasten von 15 Kilogramm und ermöglicht einen Batterietausch innerhalb von rund drei Minuten. Im Laborversuch erzielte das integrierte System für Sicht, Sprache und Aktion eine Erfolgsquote von 75 Prozent bei Be- und Entladevorgängen.

Wie anspruchsvoll der Spagat zwischen technologischer Entwicklung und wirtschaftlichem Ertrag bleibt, zeigte der Halbjahresbericht vor gut einer Woche. In den ersten sechs Monaten lieferte das Unternehmen 921 humanoide Vollgrößen-Roboter aus, die einen Spartenumsatz von 590,3 Millionen Renminbi generierten – nach 38,2 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Die rasante Expansion bindet allerdings erhebliche finanzielle Mittel. Hohe Aufwendungen für Forschung, Erprobung und die Fabrikinfrastruktur schlugen sich im ersten Halbjahr in einem Konzernverlust von 338,8 Millionen Renminbi nieder.

Anhaltender Abwärtsdruck an der Börse

Die Anleger reagieren zurückhaltend auf die Investitionsoffensive, da der Weg zur nachhaltigen Profitabilität langwierig bleibt. Vorbörslich verbucht die Aktie am heutigen Dienstag ein Minus von 3,6 Prozent auf 8,49 Euro.

Damit setzt sich die Schwächephase der vergangenen Monate fort. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Kursverlust von 41 Prozent.

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