Übernahme von Lattice durch China mitfinanziert

Lattice Semiconductor soll für 1,3 Mrd. Dollar von der amerikanischen Canyon Bridge geschluckt werden. Der Chiphersteller produziert spezielle Halbleiter, die zwar nicht an die US-Armee, aber an die beiden wichtigsten Konkurrenten, Xilinx und Intel, geliefert werden.

© Lattice Semiconductor
© Lattice Semiconductor

Laut einer Recherche des Nachrichten-Magazins Reuters soll nun der geplante Kauf des US-Chip-Produzenten indirekt von der chinesischen Regierung mitfinanziert werden. Denn der Käufer Canyon Bridge Capital Partners steht über mehrere Ecken in Verbindung mit der Volksrepublik China und sogar mit deren Weltraumprogramm.

Canyon Bridge ist eine vor Kurzem gegründete Beteiligungsgesellschaft mit Sitz im kalifornischen Palo Alto. Eine Auswertung verschiedener Firmenmitteilungen zeigen, dass Verbindungen zu China bestehen. Einziger Investor von Canyon Bridge ist laut Meldungen China Venture Capital Fund, der eine Tochter von China Reform Holdings ist. Diese wiederum gehörte zuletzt komplett dem chinesischen Staatsrat, wie aus Firmendokumenten hervorging.

Diese Übernahme dürfte auch für die deutschen Behörden wegen des Falls Aixtron besonders interessant sein. Aixtron steht ja ebenfalls vor einer rettenden Übernahme durch einen Investor aus China. Aber aus Sicherheitsgründen wurde der Deal bereits vom Bundeswirtschaftsministerium in die Warteschleife gelegt. In den USA droht ebenfalls eine Ablehnung. Die Behörden haben dem scheidenden US-Präsidenten Barack Obama bereits empfohlen, die Übernahme durch den chinesischen Investor FGC für 676 Mio. Euro abzulehnen. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Transaktion zunächst für unbedenklich erklärt, diese Entscheidung auf US-Drängen dann aber zurückgezogen.

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