Unicredit Aktie: 5 Milliarden Dollar Wandelanleihen geplant

UniCredit baut Kapitalpolster mit neuen Anleihen auf und setzt Aktienrückkäufe aus. Die Hauptversammlung entscheidet im September über das Milliardenpaket.

Die Kernpunkte:
  • Ausgabe von AT1-Anleihen geplant
  • Aktienrückkäufe vorerst gestoppt
  • Fokus auf Kapitalquote von 13 Prozent
  • Expansion in Rumänien vorangetrieben

UniCredit baut sein Kapitalpolster massiv aus. Die Bank plant die Ausgabe neuer Anleihen im Milliardenwert. Parallel dazu pausiert das Management die beliebten Aktienrückkäufe.

Im September entscheidet eine außerordentliche Hauptversammlung über neue Wandelanleihen. Der Verwaltungsrat fordert die Ermächtigung für ein Volumen von bis zu fünf Milliarden US-Dollar. Diese speziellen AT1-Papiere richten sich an institutionelle Investoren. Sie sollen die finanzielle Flexibilität für die nächsten fünf Jahre sichern.

Stabilität statt Aktienrückkauf

Diese Pläne markieren eine Wende in der Kapitalverteilung. UniCredit priorisiert nun den Erhalt der Substanz. Geplante Aktienrückkäufe setzt das Institut vorerst aus. Das Management reagiert damit auf die jüngsten Übernahmen und Beteiligungen im europäischen Markt.

Das Ziel bleibt eine harte Kernkapitalquote von rund 13 Prozent. Die Ratingagenturen Fitch und S&P bewerten diese solide Ausrichtung positiv. Sie sehen die Bonität der Bank teilweise sogar über der Kreditwürdigkeit des italienischen Staates.

Expansion in Osteuropa

Abseits der Kapitalmärkte stärkt die Bank ihre Präsenz in Rumänien. Die dortige Tochtergesellschaft schloss eine Konsortialfinanzierung über 115 Millionen Euro ab. Gemeinsam mit der ING Bank Romania finanziert UniCredit damit das Wachstum der Teilor-Gruppe.

Das Paket umfasst Investitionskredite und revolvierende Kreditlinien. Der Abschluss unterstreicht den Fokus auf das Firmenkundengeschäft in Zentral- und Osteuropa. Die Region bleibt trotz strategischer Großprojekte in Westeuropa ein Kernpfeiler des operativen Geschäfts.

Aktie trotzt der Volatilität

Anleger reagieren entspannt auf die strategische Neuausrichtung. Die Aktie notiert aktuell bei 82,24 Euro. Seit Beginn des Jahres verzeichnet das Papier ein Plus von knapp 16 Prozent.

Der Kurs bleibt damit in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 84,40 Euro. Der Markt scheint den Fokus auf eine starke Bilanz aktuell höher zu bewerten als kurzfristige Ausschüttungen.

Die Hauptversammlung im September entscheidet über den künftigen finanziellen Spielraum. Mit dem neuen Anleiherahmen schafft sich das Management Raum für weitere Zukäufe. Der Fokus verschiebt sich damit vorerst von der Cash-Rendite hin zum strategischen Wachstum.

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