UniCredit Aktie: Beantragt Freigabe für Commerzbank-Übernahme

UniCredit erwartet EZB-Zustimmung in den nächsten Tagen oder Wochen; die EU-Kommission will bis zum 16. November 2026 entscheiden.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit beantragt EU-Kartellfreigabe
  • EU-Entscheidung bis 16. November 2026
  • Knapp die Hälfte des Commerzbank-Grundkapitals gesichert
  • UniCredit verschiebt Quartalszahlen auf November

Der italienische Bankkonzern UniCredit steuert bei seinen Übernahmeambitionen für die Commerzbank auf entscheidende regulatorische Wegmarken zu. Nach dem Aufbau einer maßgeblichen Beteiligung an dem Frankfurter Institut verdichten sich die Signale für die anstehenden Entscheidungen der europäischen Aufsichtsbehörden.

Gestern äußerte sich Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp laut einem Bericht von Bloomberg zu den Erwartungen des italienischen Instituts. Demnach rechnet UniCredit mit der Genehmigung durch die Europäische Zentralbank zur Kontrollübernahme bereits in den nächsten Tagen oder Wochen. Weitere behördliche Zustimmungen werden bis zum Jahresende oder spätestens Anfang 2027 erwartet.

Behörden setzen feste Prüffristen

Auf europäischer Ebene läuft parallel das fusionskontrollrechtliche Verfahren. Laut der Nachrichtenagentur Reuters beantragte UniCredit bei der Europäischen Kommission die kartellrechtliche Genehmigung für die geplante Übernahme. Die Brüsseler Behörde setzte den 16. November 2026 als Frist für ihre Entscheidung fest.

Medienberichten zufolge sicherte sich die italienische Großbank zuvor knapp die Hälfte des Grundkapitals der Commerzbank. Mit den nun laufenden Prüfungen der EZB und der Wettbewerbshüter klärt sich schrittweise, unter welchen Auflagen die Mailänder ihre Beteiligung in eine tatsächliche Kontrollmehrheit überführen dürfen.

An der Börse notiert die Aktie von UniCredit vorbörslich bei 75,99 Euro. Damit liegt das Papier 1,1 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 75,18 Euro.

Interner Konzernumbau und neuer Finanzkalender

Neben den Expansionsschritten treibt das Management umstrukturierende Maßnahmen im eigenen Haus voran. Am Dienstag veröffentlichte das Institut einen Beschluss des Verwaltungsrats über die grenzüberschreitende Verschmelzung der UniCredit SA/NV auf die Muttergesellschaft UniCredit S.p.A. durch Aufnahme. Das Gremium hatte dieser Maßnahme am 17. September zugestimmt, die Registrierung erfolgte am 22. September.

Zugleich passte die Großbank ihren Finanzkalender an. Die Genehmigung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 wurde vom 21. Oktober auf den 8. November 2026 verlegt. Die entsprechende Ergebnispräsentation und die Telefonkonferenz für Analysten und Investoren finden am 9. November 2026 statt. Durch diese Verschiebung bündelt der Konzern die anstehenden Meilensteine im November, wenn auch die Frist der Europäischen Kommission abläuft.

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