Unicredit Aktie: EZB billigt 18-Prozent-Aufstockung bei Commerzbank
Die EZB sieht keine rechtlichen Hürden für eine Aufstockung der Unicredit-Anteile an der Commerzbank. Die Entscheidung über die milliardenschwere Übernahme rückt damit näher.

- EZB sieht keine rechtlichen Hindernisse
- Unicredit-Anteil könnte auf 48 Prozent steigen
- Commerzbank wehrt sich mit Gewinnplus
- Unicredit hebt Gewinnprognose für 2026 an
Die europäische Zentralbank (EZB) bereitet offenbar den Weg für eine signifikante Machtverschiebung im europäischen Bankensektor. Laut Reuters zeigt eine interne Bewertung der Aufsichtsbehörde, dass es keine rechtlichen Gründe für einen Widerspruch gegen die Aufstockung der Unicredit-Beteiligung an der Commerzbank gibt. Damit rückt die von CEO Andrea Orcel angestrebte Großübernahme in greifbare Nähe, obwohl die Integration intern als langwierig und komplex eingestuft wird. An der Börse reagierte das Papier positiv und notiert mit 85,66 Euro nur noch rund 0,3 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Aufstockung der Anteile auf fast 50 Prozent
Die italienische Großbank wartet derzeit auf die formale Genehmigung, weitere 18 Prozent der Commerzbank-Anteile aus einem Tauschangebot zu übernehmen. Sollte die EZB heute oder in den kommenden Wochen offiziell grünes Licht geben, würde der Anteil der Unicredit auf etwa 48 Prozent des Kapitals und 49,65 Prozent der Stimmrechte steigen.
Eine endgültige Entscheidung des Regulators wird für September erwartet. Um die vollständige Konsolidierung des Frankfurter Instituts zu finanzieren, stellte Orcel am Dienstag eine strategische Anpassung in Aussicht. Demnach könnte die Bank ein geplantes Aktienrückkaufprogramm streichen, um das Kapital für die Übernahme zu bündeln.
Defensive der Commerzbank und strategischer Umbau
Während Unicredit die Weichen für die Expansion stellt, setzt sich die Commerzbank zur Wehr. Das Frankfurter Institut meldete am vergangenen Donnerstag für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg des Nettogewinns um 94 Prozent auf 898 Millionen Euro. Parallel dazu wurde ein Rückkaufprogramm über 1,2 Milliarden Euro angekündigt.
Dieser Schritt wird am Markt als Verteidigungsstrategie gewertet, um die Eigenständigkeit gegenüber den italienischen Avancen zu betonen. Zuvor hatten sich Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp zu einem ersten Gespräch über technische Bilanzierungsfragen getroffen, das jedoch noch nicht als Beginn offizieller Fusionsverhandlungen eingestuft wurde.
Angehobene Gewinnziele und operative Modernisierung
Die Unicredit selbst blickt auf ein solides zweites Quartal zurück, wenngleich der Nettogewinn mit 2,9 Milliarden Euro um 13 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Das Institut begründete diesen Rückgang mit einmaligen Kosten für Absicherungsgeschäfte und die Finanzierung des Commerzbank-Einstiegs.
Trotz dieser Aufwendungen hob das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich an. Der Nettogewinn soll nun laut Unternehmensangaben deutlich über 11 Milliarden Euro liegen. Bis zum Jahr 2028 visiert die Bank einen Gewinn von mehr als 13 Milliarden Euro an, wobei potenzielle Synergien aus einer Vollübernahme in diesen Zielen noch nicht enthalten sind.
Auch operativ treibt die Unicredit die Modernisierung voran. Ende Juli wurde eine langfristige Technologie-Partnerschaft mit Accenture und IBM bekannt gegeben, die die Infrastruktur in 13 europäischen Märkten transformieren soll.
Die Analysten von AlphaValue/Baader Europe reagierten am 3. August auf die angehobene Guidance und erhöhten ihre Gewinnprognosen je Aktie für das laufende Jahr um 5,8 Prozent. Seit Jahresbeginn konnte der Aktienkurs bereits um 21 Prozent zulegen. Damit gehört die Bank zu den stärksten Werten im europäischen Sektor.
Unicredit-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Unicredit-Analyse vom 13. August liefert die Antwort:
Die neusten Unicredit-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Unicredit-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Unicredit: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




