UniCredit Aktie: Klingbeil fordert Gespräche mit Commerzbank
Die Bundesregierung pocht auf Dialog und verweist auf offene Fragen zu Commerzbank-Sitz, Beschäftigung und Unternehmenskrediten.

- EZB erlaubt UniCredit höhere Commerzbank-Beteiligung
- UniCredit strebt rund 50 Prozent Stimmrechte an
- Quartalszahlen erscheinen nun am 9. November
- Verwaltungsrat billigte interne grenzüberschreitende Verschmelzung
In die Debatte um die Expansionspläne von UniCredit hat sich die Bundesregierung eingeschaltet. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil forderte am Freitag konstruktive Gespräche zwischen UniCredit und der Commerzbank. Zugleich verwies Berlin auf fortbestehende Bedenken bezüglich des Commerzbank-Hauptsitzes, der Arbeitsplätze und der Kreditversorgung für Unternehmen in Deutschland.
Zuvor hatte die Europäische Zentralbank der italienischen Bank gestattet, die Beteiligungsschwelle von 30 Prozent an der Commerzbank zu überschreiten und den Anteil ohne Obergrenze aufzustocken. UniCredit geht davon aus, dass die verbleibenden regulatorischen Schritte gegen Jahresende abgeschlossen werden. Die Bank beabsichtigt, zu diesem Zeitpunkt etwa 50 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank zu halten und die Kontrolle zu übernehmen.
Anpassung des Berichtskalenders
Parallel zu den regulatorischen Weichenstellungen passte die Großbank ihren Finanzkalender an. Medienberichten zufolge wurde der Terminplan für das dritte Quartal verschoben, um die Veröffentlichung mit der Vorlage der Commerzbank-Zahlen abzustimmen, die für den 5. November geplant ist.
Die Genehmigung der Quartals- und Neunmonatszahlen im Verwaltungsrat soll demnach am 8. November stattfinden. Die offizielle Veröffentlichung der Ergebnisse sowie die Analystenkonferenz wurden auf den 9. November datiert, nachdem zuvor eine Präsentation im Oktober im Unternehmenskalender gestanden hatte.
Interne Verschmelzung und Börsenentwicklung
Neben der angestrebten Transaktion in Deutschland setzt das Institut interne Strukturanpassungen um. Am Dienstag veröffentlichte die Bank den Beschluss des Verwaltungsrats über die grenzüberschreitende Verschmelzung der UniCredit SA/NV auf die Konzernmutter UniCredit S.p.A. durch Aufnahme. Das Gremium hatte dieser Maßnahme am 17. September zugestimmt.
Im Handel zeigte sich der Titel zuletzt unaufgeregt. Am Freitag schloss das Papier bei 75,44 Euro mit einem leichten Abschlag von 0,05 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus der Bank auf 6,2 Prozent.
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