Unicredit Aktie: Orcel lehnt Orlopp als Commerzbank-Chefin ab
Andrea Orcel lehnt Orlopps Verbleib und zwei Bundessitze ab, während UniCredit die Kapitalmaßnahme für das Commerzbank-Angebot vorbereitet.

- Orcel verweigert Orlopps weitere Spitzenrolle
- UniCredit weist zwei Bundessitze zurück
- Kapitalerhöhung für Übernahmeangebot beschlossen
- EZB erlaubt Anwendung des Danish Compromise
Orcel lehnt Orlopp an der Spitze ab
Im Ringen um eine mögliche Übernahme der Commerzbank bezieht UniCredit-Chef Andrea Orcel eine harte Position beim Spitzenpersonal. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters von Dienstag will Orcel nicht, dass Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp im Falle einer Übernahme in ihrer Funktion verbleibt.
Zudem wendet sich der Vorstandschef der italienischen Großbank dagegen, dass der deutsche Staat zwei Sitze im Aufsichtsrat des Frankfurter Instituts behält.
Mit diesem Vorstoß zeichnet sich ein direkter Konflikt über die künftige Führungs- und Kontrollstruktur ab. An der Börse geriet der Mailänder Banktitel unter Druck: Die Aktie verliert heute 2,4 Prozent auf 81,48 Euro.
Weit auseinanderliegende Positionen mit Berlin
Die bekannt gewordene Haltung Orcels verleiht den Gesprächen mit der Bundesregierung eine neue Schärfe. Erst am Montag hatte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil dem UniCredit-Vorstandschef klare Bedingungen für einen möglichen Zusammenschluss vorgelegt. Zwar bezeichneten beide Seiten diesen Dialog offiziell als konstruktiv, die Differenzen treten nun jedoch deutlicher zutage.
Bereits am 11. September wurde deutlich, dass Berlin weitreichende Zugeständnisse von den Italienern erwartet. Die Bundesregierung dringt darauf, die deutsche Identität der Commerzbank über eine fortgeführte Börsennotierung im Inland abzusichern.
Zudem fordert Berlin Zusicherungen zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Indem Orcel zwei Sitze für den Bund im Aufsichtsrat ablehnt, signalisiert die UniCredit-Führung jedoch ihren Anspruch auf eine ungeteilte unternehmerische Durchgriffskraft ohne dauerhafte Sonderrechte für staatliche Vertreter.
Gesellschaftsrechtliche und regulatorische Vorbereitung
Ungeachtet der politischen Reibungspunkte treibt die Bank die formellen Vorbereitungen für das Vorhaben voran. Der Verwaltungsrat von UniCredit beschloss eine Kapitalerhöhung, die speziell für das freiwillige Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Commerzbank reserviert ist.
Zusätzlichen Handlungsspielraum verschaffte den Italienern eine aufsichtsrechtliche Entscheidung: Am 8. September genehmigte die Europäische Zentralbank dem Institut die Anwendung des sogenannten Danish Compromise. Damit kann UniCredit die Auswirkungen ihrer Versicherungsbeteiligungen auf das Eigenkapital nach dieser speziellen Methode berechnen, was die Eigenmittelanrechnung optimiert. Trotz der jüngsten Konsolidierung verzeichnet der Wert seit Jahresanfang ein Plus von 15 Prozent.
Unicredit-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Unicredit-Analyse vom 18. September liefert die Antwort:
Die neusten Unicredit-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Unicredit-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Unicredit: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




