Unicredit Aktie: Staatsanwaltschaft weist Anzeige ab
Staatsanwaltschaft weist Anzeige zurück, UniCredit kontrolliert 48 Prozent der Commerzbank. EZB-Entscheidung steht noch aus.

- Juristischer Erfolg in Frankfurt
- 48 Prozent Commerzbank-Kontrolle erreicht
- EZB als letzte Hürde im Übernahmepoker
- Börsenwert stieg um 40 Prozent
UniCredit steht kurz vor dem Ziel ihrer milliardenschweren Expansion. Am Freitag schloss die Aktie bei 83,22 Euro nur hauchdünn unter ihrem Jahreshoch. Ein juristischer Etappensieg in Frankfurt treibt den Kurs zusätzlich an.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wies eine Anzeige von Commerzbank-Mitarbeitern gegen das italienische Geldhaus zurück. Der Vorwurf falscher Zahlen beim Übernahmeangebot entbehrt laut Behörde jeder Grundlage. Damit fällt eine wichtige verfahrensrechtliche Hürde für den Zusammenschluss weg.
Indes festigt die Bank ihre Machtposition. Das Institut kontrolliert nun rund 48 Prozent der Commerzbank-Anteile. Dieser Wert resultiert aus direktem Aktienbesitz, Derivaten und den bereits angedienten Papieren der Aktionäre.
Die letzte Entscheidung im Übernahmepoker
Die rund 45 Milliarden Euro schwere Übernahme erreicht nun die finale Phase. Während Vorstandschef Andrea Orcel fast die absolute Mehrheit hält, liegt die letzte Entscheidung bei der Europäischen Zentralbank. Die Aufsichtsbehörde prüft aktuell die faktische Kontrolle über das deutsche Traditionshaus.
Investoren bewerten die aggressive Strategie bisher positiv. Binnen eines Jahres kletterte der Börsenwert der Bank um rund 40 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von 124 Milliarden Euro untermauert UniCredit ihre Ambitionen auf dem europäischen Markt.
Expansion an zwei Fronten
Neben der Commerzbank-Integration rückt die italienische Heimat wieder in den Fokus. Spekulationen über ein erneutes Interesse an der Banco BPM nehmen zu. Ein Verwaltungsratstreffen bei der möglichen Zielbank Mitte Juli wird zeigen, wie schnell UniCredit weitere Zukäufe im Heimatmarkt vorantreibt. Parallel dazu warten Marktteilnehmer auf Signale der EZB zum Zeitplan für die endgültige Genehmigung der Commerzbank-Übernahme.
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