Unicredit Aktie: Umtauschangebot-Frist endet

Unicredit hält über 55 Prozent an Commerzbank inklusive Derivaten. Betriebsrat erstattet Strafanzeige wegen Marktmanipulation.

Die Kernpunkte:
  • Umtauschfrist für Commerzbank-Anteile endet
  • Unicredit-Anteil steigt auf über 55 Prozent
  • Betriebsrat zeigt Unicredit wegen Manipulation an
  • Commerzbank-Kurs über dem Angebotspreis

Der Countdown für die erste Phase des Umtauschangebots an Commerzbank-Aktionäre läuft. In den kommenden Tagen endet die Frist. Das Klima zwischen den beiden Banken wird zunehmend rauer.

Aktuell hält Unicredit nach eigenen Angaben 38,63 Prozent an der Commerzbank – inklusive der 11,8 Prozent, die über das Umtauschangebot hereingekommen sind. Rechnet man Derivate hinzu, steigt der Anteil auf über 55 Prozent. Eine kritische Schwelle.

Das Commerzbank-Management bleibt aber bei seiner Ablehnung. Der Vorstand pocht auf einen eigenständigen Kurs und hat die eigenen Finanzziele zuletzt sogar angehoben.

Vorwürfe aus der Belegschaft

Die jüngsten 48 Stunden haben neue Brisanz gebracht. Der Betriebsrat der Commerzbank hat Strafanzeige wegen mutmaßlicher Marktmanipulation eingereicht. Unicredit weist die Vorwürfe zurück. Zusätzlich hat die Commerzbank-Führung die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingeschaltet.

Bemerkenswert: Der Commerzbank-Aktienkurs liegt weiter über dem von Unicredit angebotenen Preis. Trotzdem werden Anteile eingereicht. Das nährt Spekulationen über die tatsächliche Bewertung und die strategischen Pläne.

Aktie zeigt sich robust

Die Unicredit-Aktie notierte am Freitag bei 73,15 Euro – ein Plus von 1,34 Prozent. Über die vergangenen zwölf Monate summiert sich der Gewinn auf 28,22 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt von 69,70 Euro liegt klar unter dem aktuellen Kurs, der RSI von 54,4 deutet auf eine neutrale Verfassung hin.

Hinzu kommt eine starke Position im italienischen Investmentbanking: Mit 6,7 Prozent Marktanteil und 119 Millionen Dollar Umsatz rangiert Unicredit dort auf Platz zwei – hinter JP Morgan.

Die nächsten Tage entscheiden über den weiteren Verlauf. Dann zeigt sich, ob institutionelle Anleger in großer Zahl mitziehen – und ob die BaFin regulierend eingreift.

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