Unilever Aktie: 11,46 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Unilevers geplanter Verkauf des Lebensmittelgeschäfts an McCormick stößt auf Widerstand von Gewerkschaften und Skepsis der Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Arbeitnehmervertreter fordern verbindliche Jobgarantien
  • Aktienkurs notiert nahe 52-Wochen-Tief
  • Strategischer Fokus auf Beauty und Personal Care
  • Dividendenzahlung für das erste Quartal bestätigt

Unilever will sich mit dem Milliarden-Deal mit McCormick neu aufstellen. Aus einem breiten Konsumgüterkonzern soll ein schlankerer Anbieter für Home Care und Personal Care werden. Genau dieser Kurs löst jetzt Gegenwind aus. Von Gewerkschaften ebenso wie von Investoren.

Beschäftigte fordern Garantien

Ende Mai haben europäische Arbeitnehmervertreter offiziell Bedenken gegen die geplante Verbindung von Unilevers Lebensmittelgeschäft mit McCormick formuliert. Der Europäische Koordinierungsausschuss spricht für rund 20.000 Beschäftigte. Der Vorsitzende des Europäischen Betriebsrats kritisierte, dass die Arbeitnehmer früh in die Entscheidung nicht eingebunden waren.

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Im Zentrum der Kritik steht die Angst vor weiteren Stellenstreichungen. Unilever hatte bereits 2024 etwa 7.500 Jobs abgebaut. Die Arbeitnehmerseite verlangt nun verbindliche, langfristige Zusagen für den Übergang in die neue Struktur. Sie verweist dabei auf die Absicherung, die bei der Abspaltung des Eiscremegeschäfts Ende 2025 erreicht wurde.

Markt bleibt skeptisch

Auch an der Börse kommt der Umbau schlecht an. Die Aktie notierte am 28. Mai bei rund 49,23 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn immer noch 11,46 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch ist sie mehr als 21 Prozent entfernt. Der Kurs kratzt zugleich nur knapp über dem Tief der vergangenen zwölf Monate.

Technisch wirkt das Papier angeschlagen. Der Kurs liegt unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 49,98 Euro und deutlich unter der 100-Tage-Linie bei 54,09 Euro. Der RSI von 43,3 signalisiert keinen überkauften Zustand, aber auch keine echte Entwarnung. Die Schwankung bleibt erhöht.

Parallel dazu belastet die Unsicherheit rund um den McCormick-Deal. Die Transaktion hat ein Volumen von etwa 44,8 Milliarden Dollar und soll Unilever aus dem Verpackungslebensmittelgeschäft herauslösen. Morningstar sieht hohe Chancen auf eine Umsetzung, rechnet bei den nötigen Genehmigungen aber erst Mitte 2027 mit Klarheit.

Großes Paket, langer Atem

Für Unilever ist der Deal der Kern der neuen Strategie. Die Aktionäre sollen 65 Prozent an dem kombinierten Lebensmittelunternehmen erhalten. Dazu kommen 15,7 Milliarden Dollar in bar. Das Geld soll Schulden senken und ein geplantes Aktienrückkaufprogramm über 6 Milliarden Euro zwischen 2026 und 2029 unterstützen.

Der Konzern setzt damit klar auf margenträchtigere Sparten wie Beauty, Wellbeing und Personal Care. Der Zukauf der US-Supplement-Marke Grüns passt in dieses Bild. Unilever stärkt damit das VMS-Geschäft und verringert die Abhängigkeit von klassischen Nahrungsmittelmarken wie Knorr oder Hellmann’s.

Dividende bleibt intakt

Trotz der Unsicherheit hält Unilever an der Ausschüttung fest. Die Quartalsdividende für das erste Quartal 2026 soll im Juni gezahlt werden. Berechtigte Aktionäre erhalten 0,4046 Pfund je Aktie. Das stützt zwar den Ertrag, ändert aber wenig am schwachen Stimmungsbild.

Analysten halten die Aktie teils für technisch überverkauft und nennen als fairen Wert rund 51,50 Pfund. Kurzfristig dürfte der Kurs aber weiter zwischen 49,16 Euro und 49,23 Euro pendeln, solange die Fronten bei Gewerkschaften und Regulatoren nicht klarer werden.

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