Unilever Aktie: Zwischen Skepsis und Stabilität
Trotz einer Herabstufung durch BNP Paribas zeigt der Unilever-Kurs Stabilität. Der Markt bewertet den Konzern nach der Eiscreme-Abspaltung neu und blickt auf die Jahreszahlen.

- BNP Paribas stuft Aktie auf Neutral zurück
- Steuernachforderung bei indischer Tochter HUL
- Kurs in Amsterdam schließt nahe Tageshoch
- Fokus auf Jahreszahlen nach Ice-Cream-Spin-off
Unilever geriet zum Wochenschluss in ein Spannungsfeld aus skeptischen Analystenstimmen und relativ robustem Kursverlauf. Während BNP Paribas die Aktie herunterstufte und das Kursziel senkte, legte der Kurs in Amsterdam zu. Parallel sorgte eine Steuernachforderung bei der wichtigen Tochter Hindustan Unilever (HUL) für zusätzliche Schlagzeilen, ohne den europäischen Titel entscheidend zu belasten.
Herabstufung durch BNP Paribas
BNP Paribas stufte Unilever am Donnerstag von „Outperform“ auf „Neutral“ ab und senkte zugleich das Kursziel. Begründung der Bank: Die Bewertung sei angesichts begrenzter Aufwärtspotenziale im defensiven Konsumgütersektor nach der jüngsten Umstrukturierung anspruchsvoll geworden.
Am Markt überwog dennoch die Suche nach relativer Bewertungschance. In Amsterdam eröffnete die Aktie bei 54,20 Euro und schloss nahe Tageshoch bei 54,78 Euro. In den USA stabilisierten sich die NYSE-notierten Unilever-Papiere bei rund 64,20 US‑Dollar, nachdem zu Wochenbeginn noch Druck zu spüren gewesen war.
Stichpunkte zum Handelstag:
– BNP Paribas senkt Rating von „Outperform“ auf „Neutral“
– Kurszielreduktion mit Verweis auf Bewertungsrisiken im Staples-Sektor
– Amsterdam-Schlusskurs nahe Tageshoch bei 54,78 Euro
– US-Notierung erholt sich auf etwa 64,20 US‑Dollar
Steuerthema bei Hindustan Unilever
Für zusätzliche Bewegung in den Nachrichten sorgte Hindustan Unilever, eine zentrale Tochter im indischen Markt. Am Freitag wurde bekannt, dass die indische Steuerbehörde für das Geschäftsjahr 2021/22 eine Forderung von rund 1.560 crore Rupien (etwa 175 Mio. Euro) an HUL gestellt hat.
Die HUL-Aktie in Mumbai gab daraufhin um etwa 1 % nach. Beim Mutterkonzern in Europa blieb die Reaktion dagegen gedämpft. Das Management stellte klar, dass man die Forderung anfechten werde und keinen wesentlichen Einfluss auf den laufenden Geschäftsbetrieb erwartet.
Nach dem Ice-Cream-Spin-off
Der Markt bewertet Unilever aktuell neu, seit am 6. Dezember 2025 die Abspaltung des Eiscremegeschäfts abgeschlossen wurde. Die frühere Sparte firmiert nun eigenständig als The Magnum Ice Cream Company. Ziel des Spin-offs ist ein fokussierter Konzernzuschnitt mit Schwerpunkt auf Beauty & Wellbeing, Personal Care, Home Care und Nutrition.
Die aktuelle Bewertung spiegelt eine „Beweisführungsgeschichte“ wider: Anleger warten auf belastbare Signale, dass das neu zugeschnittene Portfolio in der Lage ist, profitables Wachstum zu liefern. Die Herabstufung durch BNP Paribas unterstreicht die Skepsis gegenüber kurzfristigen Wachstumstreibern, doch der Kursanstieg trotz negativer Analystenmeldung deutet darauf hin, dass ein Teil dieser Bedenken bei einem erwarteten KGV von etwa 17 bereits eingepreist sein könnte.
Die Analystenlandschaft zeigt insgesamt ein gemischtes Bild. Ein Großteil der Experten sieht die Aktie inzwischen mit „Hold“‑ bzw. „Neutral“-Einstufungen und wartet auf Nachweise, dass die „Grocer to Groomer“-Ausrichtung tatsächlich für Volumenwachstum sorgt.
Wichtige Termine und technische Marken
Im Fokus steht nun der 12. Februar 2026. Dann legt Unilever die Zahlen für das Gesamtjahr vor – erstmals in einer Form, die den Kernkonzern ohne das schwankungsanfällige Eiscremegeschäft klarer sichtbar macht.
Charttechnisch hat sich im Handel in Amsterdam eine Unterstützung im Bereich von etwa 53,50 Euro herausgebildet. Ein nachhaltiger Ausbruch über 55,00 Euro in der kommenden Woche wäre wichtig, um die durch die jüngsten Herabstufungen ausgelösten negativen technischen Signale zu relativieren. Gelingt dies nicht und gehen die Freitagsgewinne wieder verloren, rückt aus technischer Sicht die 200‑Tage-Linie als nächster potenzieller Testbereich in den Vordergrund, während der Markt die Implikationen des BNP-Paribas-Reports weiter einpreist.
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