Unilever: Aktionärs-Revolte gegen Umzugspläne

Nach Nestlé also Unilever. Nachdem der Schweizer Nahrungsmittelkonzern nach einer erbitterten Auseinandersetzung mit einer Einkaufsgemeinschaft rund um Edeka faktisch klein beigegeben musste, steht nun auch der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever in Konflikt, diesmal mit dem deutschen Discounter Kaufland.

Dieser hatte Anfang des Monats insgesamt 480 Produkte von Unilever aus seinen Regalen entfernt. Begründet wurde dies damit, dass der Konzern seine Preise „kurzfristig“ und „drastisch“ erhöht hätte. Letztlich geht es aber hier erneut vor allem darum, bessere Einkaufskonditionen zu erreichen.

Unilever hat Streit mit seinen Aktionären

Der Streit im wichtigen deutschen Markt kommt für Unilever zur Unzeit. Denn auch in Großbritannien hat man derzeit ziemlich viel Ärger, diesmal allerdings mit seinen eigenen Aktionären. Dahinter steht der Plan des Konzerns, die bisherige Doppelstruktur aus britischen und holländischen Aktivitäten mit entsprechenden Börsenlistings zusammen zu legen und das Hauptquartier des Konzerns in die Niederlande zu verlegen.

Gibt es eine Verlagerung in die Niederlande?

Gegen diesen Plan opponieren zahlreiche Aktionäre. Ob sie verhindern können, dass das nötige Quorum von 75 % der britischen Aktionäre und 50 % der holländischen Aktionäre für eine Verlagerung erreicht wird, bleibt abzuwarten. Die Abstimmung findet am 25. bzw. am 26. Oktober statt. Klar dürfte allerdings sein, dass bei einer Verlagerung Unilever seinen Platz im FTSE 100 Index verlieren dürfte. Und das würde letztlich sehr wahrscheinlich bedeuten, dass sich viele britische Investoren, insbesondere Vermögensverwalter und Fonds, aus diesem Wert zurückziehen werden.

Wie geht es weiter?

Diese mögliche Perspektive bekommt die Aktie bereits jetzt negativ zu spüren. Angefangen mit dem Kaufland-Konflikt ging es in den letzten Wochen mit der Unilever-Aktie deutlich abwärts. Wobei mittlerweile auch der bisherige Aufwärtstrend aus dem Frühjahr nach unten hin durchbrochen wurde, ganz abgesehen von den gleitenden Durchschnitten. Zwar bedeutet dies natürlich nicht, dass nun automatisch die Korrektur fortgeführt wird, zumal im Bereich von 47 Euro für die Notierung in Amsterdam eine gewisse Unterstützung vorhanden ist. Dennoch dürfte die Aktie derzeit weiter unter erheblichen Druck stehen.

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