Uniper Aktie: 30 TWh Gas von Equinor
Uniper vereinbart ab 2027 Gasbezüge von Equinor über 15 Jahre, während niedrige Speicherstände und höhere Preise den Markt belasten.

- Jährlich rund 30 TWh Gas vereinbart
- Lieferzeitraum reicht bis Ende 2041
- Deutsche Speicher deutlich weniger gefüllt
- Uniper-Aktie seit Jahresbeginn 42 Prozent höher
Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper stabilisiert seine Beschaffungsstrategie für das kommende Jahrzehnt. Am Mittwoch wurde ein weitreichender Liefervertrag mit dem norwegischen Energieunternehmen Equinor unterzeichnet, der die Versorgung des deutschen Marktes mit Erdgas langfristig absichern soll. Die Vereinbarung sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2027 über einen Zeitraum von 15 Jahren signifikante Mengen Gas geliefert werden.
Langfristige Partnerschaft mit Norwegen
Der Vertrag zwischen Equinor und Uniper umfasst ein Volumen von jährlich rund 30 Terawattstunden (TWh), was etwa 2,8 Milliarden Kubikmetern Erdgas entspricht.
Die Lieferungen sind bis zum 31. Dezember 2041 befristet und werden über den deutschen Handelshub Trading Hub Europe abgewickelt. Für Norwegen festigt dieser Abschluss die Rolle als wichtigster Energielieferant der Bundesrepublik, eine Position, die das Unternehmen bereits seit 1977 kontinuierlich ausbaut.
Die zeitliche Gestaltung des Abkommens korreliert mit den regulatorischen Veränderungen auf europäischer Ebene. Während Uniper diese langfristige Pipeline-Versorgung fixiert, bereitet sich der Markt auf das ab Januar 2027 geltende Importverbot für russisches Flüssigerdgas (LNG) in die Europäische Union vor. Lediglich für bestehende Langfristverträge sind Übergangsfristen bis Juli 2027 vorgesehen, sofern das Gas nicht innerhalb der EU weiterverkauft wird.
Angespannte Lage am Gasmarkt
Die strategische Bedeutung des Equinor-Deals wird durch die aktuelle Situation der deutschen Gasspeicher unterstrichen. Diese wiesen am 22. August einen Füllstand von 50,71 Prozent auf – den niedrigsten Stand für diesen Zeitraum seit dem Jahr 2011. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Speicher noch zu knapp 67 Prozent gefüllt waren, hat sich die Pufferkapazität deutlich verringert.
Diese Verknappung spiegelt sich auch in der Preisentwicklung wider. Am Großhandelsmarkt notierte Erdgas zuletzt bei 66,6 Euro pro Megawattstunde (MWh), was mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Preisniveau von Ende Februar entspricht, als die Megawattstunde noch für 32,7 Euro gehandelt wurde.
Die strategische Reserve von 24 TWh soll zudem erst ab dem Sommer 2027 zur Verfügung stehen, was die Bedeutung privatrechtlicher Lieferverträge wie jenem mit Equinor erhöht.
Historische Altlasten und Börsenperformance
Neben dem Ausbau neuer Lieferwege beschäftigen Uniper weiterhin finanzielle Altlasten aus früheren Infrastrukturprojekten. Das Unternehmen ist mit knapp einer Milliarde Euro an der insolventen Nord Stream 2 AG beteiligt.
In diesem Zusammenhang hatte das Kantonsgericht Zug in der Schweiz die Entscheidung über eine Liquidierung der Gesellschaft in der Vergangenheit bis zum 9. Mai 2025 ausgesetzt. Während die physische Pipeline nach den Zerstörungen im Jahr 2022 nicht in Betrieb ist, bleibt die finanzielle Abwicklung der Beteiligung ein Faktor in der Bilanzbewertung.
An der Börse verzeichnete die Uniper-Aktie am heutigen Donnerstag einen leichten Rückgang von 1,2 Prozent auf 46,40 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Schwankung zeigt das Papier im laufenden Jahr eine starke Tendenz und liegt seit Jahresbeginn mit 42 Prozent im Plus.
Der Titel notiert damit weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 39,99 Euro, was den Aufwärtstrend der vergangenen Monate bestätigt. Anleger honorieren damit offenbar die Fortschritte bei der Diversifizierung der Gasquellen, auch wenn der Kurs derzeit rund 18 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch liegt.
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