Uniper Aktie: EBITDA-Prognose auf 1,3 Milliarden angehoben
Uniper steigert das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr um 88 Prozent und erhöht die Zielspannen für 2026. Rechenzentren rücken strategisch vor.

- Bereinigtes EBITDA erreicht 711 Millionen Euro
- Uniper hebt Prognose für 2026 an
- Mehr als zehn Rechenzentrumsstandorte identifiziert
- Nettocashposition steigt auf 4,55 Milliarden Euro
Der Energiekonzern Uniper blickt optimistischer auf das Gesamtjahr 2026. Nach einem deutlichen Ergebnisanstieg im ersten Halbjahr hob das Unternehmen seine Prognose für die wichtigsten Finanzkennzahlen an. Maßgeblich hierfür war insbesondere eine verbesserte Performance im Handelsgeschäft mit Gas.
Erhöhte Jahresprognose und Gewinnsprung
Uniper veröffentlichte am 11. August die Geschäftszahlen für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres. Das bereinigte EBITDA stieg auf 711 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 88 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte Konzernergebnis kletterte im selben Zeitraum auf 388 Millionen Euro.
Infolge dieser Entwicklung korrigierte der Vorstand die Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 nach oben. Für das bereinigte EBITDA wird nun eine Spanne von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro erwartet. Beim bereinigten Konzernergebnis geht Uniper von 500 bis 600 Millionen Euro aus. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie an der Börse ein Plus von 51 Prozent.
Transformation zu Rechenzentrums-Standorten
Parallel zu den Finanzergebnissen konkretisierte das Management die strategische Neuausrichtung des Konzerns. CEO Michael Lewis kündigte an, ehemalige Kraftwerksstandorte gezielt zu Standorten für die KI-Wirtschaft weiterzuentwickeln. Laut Unternehmensangaben wurden hierfür bereits mehr als zehn Standorte identifiziert.
Drei dieser Projekte befinden sich bereits in einer fortgeschrittenen Entwicklungsphase. Ein Vorhaben in Großbritannien wurde bereits erfolgreich abgeschlossen. Uniper plant, im weiteren Jahresverlauf zusätzliche Investitionsentscheidungen in diesem Bereich zu treffen. Das Unternehmen setzt dabei auf die vorhandene Netzinfrastruktur an den Kraftwerksplätzen, um den hohen Energiebedarf moderner Rechenzentren effizient zu decken.
Segmententwicklung und finanzielle Basis
Die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern verlief im ersten Halbjahr unterschiedlich. Im Bereich Greener Commodities erzielte Uniper ein bereinigtes EBITDA von 260 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 296 Millionen Euro angefallen war. Der Turnaround wurde primär durch den Wegfall negativer Optimierungseffekte im Gasgeschäft ermöglicht.
Dagegen verzeichnete das Segment Green Generation einen Rückgang des operativen Ergebnisses auf 302 Millionen Euro. Belastend wirkten sich hierbei die ungeplante Nichtverfügbarkeit des Kernkraftwerks Oskarshamn 3 zwischen Februar und dem 10. Juli sowie geringe Wasserzuflüsse in Deutschland aus. Trotz dieser Effekte notiert der aktuelle Aktienkurs derzeit 82 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Die finanzielle Basis des Konzerns hat sich weiter gefestigt. Die wirtschaftliche Nettocashposition stieg zum 30. Juni auf rund 4,55 Milliarden Euro. Im Mai zahlte Uniper zudem mit 0,72 Euro je Aktie die erste Dividende seit der Verstaatlichung an die Aktionäre aus.
Für die kommenden Jahre bis 2030 plant der Energieversorger Investitionen in Höhe von insgesamt 5 Milliarden Euro, wobei mehr als die Hälfte dieser Mittel in Projekte innerhalb Deutschlands fließen soll.
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