Uniper-Aktie klettert trotz Milliardenverlust

Die von Eon abgespaltene Tochter Uniper hat wie erwartet einen Milliardenverlust bei den Neunmonatszahlen präsentiert. Operativ hingegen konnte der neu gegründete Energiekonzern positiv überraschen und zulegen. Zusammen mit den geplanten Einsparungen sieht es auch für die Aktie des Unternehmens also gar nicht so schlecht aus. Die langfristigen Aussichten bleiben jedoch schwierig.

© Uniper
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Mit Uniper hat Eon praktisch die „alten“ Energien Kohle und Gas sowie Wasserkraft abgespalten und will sich mittelfristig ganz von dem Unternehmen zurückziehen. Damit wählte der Mutterkonzern Eon genau den entgegengesetzten Weg wie der Konkurrent RWE und dessen Tochter Innogy. Dass Uniper jedoch deshalb automatisch eine Resterampe sei, hält Eon-Chef Teyssen für „eine Frechheit“.

Und die Zahlen zu den ersten neun Monaten geben ihm teilweise recht: Zwar hat das Unternehmen unterm Strich einen Verlust von 4,2 Milliarden Euro zu verbuchen. Das Minus ist jedoch hauptsächlich mit hohen Abschreibungen auf Großkraftwerke zu begründen. Operativ konnte der neue Konzern sogar deutlich zulegen. Das EBITDA stieg um mehr als 50 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Mit Einsparungen zum Erfolg

Im Gesamtjahr will man ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,9 und 2,2 Milliarden Euro erreichen und eine Dividende von 55 Cent je Aktie ausschütten. Insgesamt sind die Zahlen besser ausgefallen als es viele Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Mittelfristig soll dem Energiekonzern dann auch noch ein großes Sparprogramm helfen: Uniper möchte seine Kosten bis 2018 um rund 400 Millionen Euro auf unter zwei Milliarden Euro drücken – und zwar durch Stilllegungen von Kraftwerken und weiteren Sparmaßnahmen. Sollte der Sparplan aufgehen, hat auch die Aktie des Düsseldorfer Unternehmens kurzfristig gute Chancen.

Uniper-Aktie mit Auftrieb – aber auch langfristig?

Insgesamt schlägt sich die Aktie von Uniper deutlich besser als es viele vor der Abspaltung erwartet hatten. Und auch heute legte der Titel nach den Zahlen bereits kräftig zu. Ob Uniper jedoch langfristig erfolgreich sein kann, bleibt zumindest fraglich. Denn die gefallenen Strompreise machen dem Unternehmen zu schaffen. Zudem scheinen Großkraftwerke mit Gas und Kohle weiterhin ein Auslaufmodell zu sein. Anleger sollten also neben den durchaus vorhandenen Chancen also stets die langfristigen Risiken im Blick behalten.

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