Uniper Aktie: Zweifacher Rückenwind

Uniper übertrifft Erwartungen mit Halbjahreszahlen und treibt KI-Rechenzentrumspläne voran. Der Bund startet parallel den Verkaufsprozess für seine Anteile.

Die Kernpunkte:
  • Halbjahresergebnis übertrifft Erwartungen deutlich
  • Prognose für Gesamtjahr angehoben
  • KI-Rechenzentren an Kraftwerksstandorten geplant
  • Bund startet Verkaufsprozess für Uniper-Anteile

Ein Energiekonzern, der gerade erst aus einer Staatsrettung herausfindet, verkauft sich als Zukunftswette auf Künstliche Intelligenz — und die Börse kauft die Geschichte. Uniper legte am Dienstag Zahlen vor, die deutlich über den Erwartungen lagen, und lieferte gleich noch eine Wachstumsstory zu Rechenzentren mit. Die Aktie sprang zeitweise um 5,6 Prozent nach oben, das Plus seit Jahresanfang liegt bei rund 40 Prozent.

Gasgeschäft treibt Ergebnis an

Der Düsseldorfer Versorger profitierte im ersten Halbjahr davon, dass teure Umbaumaßnahmen im Gasgeschäft wegfielen, die im Vorjahr noch belastet hatten. Das operative Ergebnis im Tagesgeschäft kletterte auf 711 Millionen Euro — fast 90 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Konzerngewinn verdreifachte sich nahezu auf 388 Millionen Euro. Einzig ein ungeplanter Ausfall eines schwedischen Atomkraftwerks bremste die Dynamik etwas.

Der Vorstand zeigte sich entsprechend zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Beim bereinigten Ebitda hob Uniper die untere Zielspanne um 100 Millionen Euro an, auf nun 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro. Beim bereinigten Nettogewinn rechnet der Konzern im schlechtesten Fall mit 150 Millionen Euro mehr als bisher угрожал — die neue Spanne liegt bei 500 bis 600 Millionen Euro.

Kraftwerksstandorte werden zu Daten-Hubs

Parallel zur Zahlenvorlage konkretisierte Uniper seine Pläne, Rechenzentren direkt an eigenen Kraftwerksstandorten anzusiedeln. Vorstandschef Michael Lewis sprach davon, die Standorte zu „Standorten für die KI-Wirtschaft“ weiterzuentwickeln. Mehr als zehn eigene Flächen mit passender Infrastruktur habe man entlang europäischer Daten-Hubs bereits identifiziert, drei Projekte befänden sich in fortgeschrittener Entwicklung. Ein erstes Projekt in Großbritannien sei bereits abgeschlossen, weitere Investitionsentscheidungen sollen im Jahresverlauf folgen.

Als Vorteil nennt Lewis vorhandene Netzanschlüsse — nach seiner Darstellung oft der größte Engpass beim Bau neuer Rechenzentren in Deutschland. Auch Wettbewerber RWE verfolgt eine ähnliche Strategie und entwickelt nach eigenen Angaben rund zehn Standorte für diesen Zweck.

Privatisierung nimmt Fahrt auf

Während der operative Ausblick optimistischer wird, treibt der Bund parallel den Verkauf seiner Anteile voran. J.P. Morgan und UBS haben im Auftrag des Bundesfinanzministeriums einen sogenannten Process Letter an mehr als ein Dutzend potenzielle Käufer verschickt. Unverbindliche Angebote für den gesamten Konzern — inklusive Gashandel und Stromerzeugung — sollen bis zum 21. September eingehen. Lewis wollte sich bei der Halbjahrespressekonferenz nicht zu Details äußern und verwies auf den Bund als Eigentümer.

Uniper war 2022 nach dem russischen Lieferstopp in eine existenzielle Krise geraten und wurde durch milliardenschwere Staatshilfen praktisch vollständig verstaatlicht. Mit besseren Zahlen, einer KI-Wachstumsstory und einem laufenden Verkaufsprozess stehen nun gleich drei Fäden zusammen, die den weiteren Kursverlauf in den kommenden Wochen prägen dürften.

Anzeige

Uniper-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Uniper-Analyse vom 12. August liefert die Antwort:

Die neusten Uniper-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Uniper-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Uniper: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Uniper