United Internet Aktie: Töchter starten Transformationsprogramme
Restrukturierungen bei 1&1 Versatel und IONOS sollen jährlich rund 55 Millionen Euro einsparen; die EBITDA-Prognose bleibt unverändert.

- Rund 350 Stellen bei 1&1 Versatel weniger
- IONOS plant Abbau von rund 450 Arbeitsplätzen
- Einmalige Sonderkosten von etwa 95 Millionen Euro
- EBITDA-Ziel 2026 bleibt bei 1,45 Milliarden Euro
Die Neuordnung der operativen Tochtergesellschaften prägt die Geschäftsentwicklung bei United Internet. Im Zuge angekündigter Transformationsprogramme bei der 1&1 AG und der IONOS Group SE stellt sich der Konzern auf personelle Einschnitte und signifikante Einsparungen ein. An der Börse steht das Papier heute unter Druck: Die Aktie verliert 3,5 Prozent und notiert bei 25,02 Euro.
Einschnitte bei 1&1 Versatel und IONOS
Die beschlossenen Maßnahmen betreffen zwei zentrale Pfeiler der Unternehmensgruppe. Bei der Tochtergesellschaft 1&1 Versatel soll die Zahl der Vollzeitstellen von rund 1.350 auf etwa 1.000 sinken. Neben dem Abbau von rund 350 Arbeitsplätzen kündigte das Unternehmen für diese Einheit eine Weiterentwicklung der Organisation, der internen Prozesse sowie der IT-Strukturen an.
Gleichzeitig greift auch der Webhosting- und Cloud-Spezialist IONOS durch. Im Rahmen des dortigen Transformationsprogramms plant die Tochtergesellschaft den Abbau von rund 450 Arbeitsplätzen. Vor Beginn der Maßnahmen zählte das Unternehmen etwa 3.800 Vollzeitstellen. Auf Konzernebene schlagen diese Restrukturierungen mit einmaligen Sonderaufwendungen von etwa 95 Millionen Euro zu Buche.
Reinvestition der erwarteten Einsparungen
Mittel- und langfristig sollen die Programme die Kostenbasis des Konzerns spürbar entlasten. Medienberichten zufolge rechnet United Internet nach vollständiger Umsetzung der Transformationsschritte mit jährlichen Einsparungen in Höhe von rund 55 Millionen Euro. Diese freiwerdenden Mittel sollen nicht vollständig das Ergebnis aufbessern, sondern planmäßig in die weitere Unternehmensentwicklung reinvestiert werden.
Trotz der millionenschweren Sonderbelastungen hält United Internet an wesentlichen operativen Kernmarken für das laufende Geschäftsjahr fest. Die Prognose für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 2026 bleibt unverändert bei rund 1,45 Milliarden Euro.
Auch die Investitionsplanung für das laufende Jahr ist fixiert. Der erwartete Cash-Capex verbleibt unverändert in einer Spanne von 600 bis 650 Millionen Euro. Mit den bestätigten Zielen und den eingeleiteten Strukturmaßnahmen versucht United Internet, die Effizienz im Verbund zu steigern, während der Gesamtkonzern an der Börse aktuell mit 4,70 Milliarden Euro bewertet wird.
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