UnitedHealth Aktie: Mehrere Baustellen

UnitedHealth kämpft mit regulatorischen Ermittlungen, einem Senatsbericht und deutlich gesenkten Gewinnprognosen, während Analysten die Aktie mehrheitlich positiv bewerten.

Die Kernpunkte:
  • Senatsbericht wirft aggressive Abrechnungstaktiken vor
  • Erwarteter Gewinneinbruch im vierten Quartal um 69 Prozent
  • Neues Pilotprojekt für schnellere Zahlungen an Kliniken
  • Mehrheit der Analysten empfiehlt Aktie weiterhin zum Kauf

Die UnitedHealth-Aktie ringt nach einem schwachen Jahr weiter um Stabilität. Nach einem Wertverlust von rund 35 % in 2025 gehört der Titel zu den klaren Nachzüglern im Large-Cap-Segment. Nun treffen Investoren gleichzeitig auf neue politische Risiken, ein umfangreiches Ermittlungsumfeld und einen deutlichen Gewinneinbruch in den Prognosen.

Pilotprogramm für ländliche Krankenhäuser

Am 14. Januar hat UnitedHealth ein neues Pilotprojekt für ländliche Kliniken gestartet: den „Rural Payment Acceleration Pilot“. Das Programm läuft zunächst sechs Monate in vier US-Bundesstaaten (Oklahoma, Idaho, Minnesota, Missouri).

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Kernziel ist eine schnellere Abrechnung im Medicare-Advantage-Geschäft:

  • Verkürzung der Zahlungsabwicklung um 50 %
  • Reduktion der Einzugsdauer von unter 30 auf unter 15 Tage
  • Beschränkung zunächst auf teilnehmende ländliche Krankenhäuser

Mit dem Projekt reagiert der Konzern auch auf anhaltende Kritik von Leistungserbringern an seinen Abrechnungsprozessen. Die Ergebnisse sollen über eine mögliche Ausweitung auf weitere Regionen und Kliniken entscheiden.

Politischer Druck durch Senatsbericht

Zusätzlichen Gegenwind bringt ein Bericht des Justizausschusses des US-Senats, der am 12. Januar veröffentlicht wurde. Die zentralen Punkte:

  • UnitedHealth soll „aggressive Risk-Adjustment-Coding-Taktiken“ genutzt haben, um höhere staatliche Erstattungen zu erzielen.
  • Der Konzern habe mehr Diagnosen und Diagnose-Codes gemeldet als jeder andere Medicare-Advantage-Anbieter.
  • Dadurch seien im Vergleich zu Wettbewerbern höhere zahlungsrelevante Risikoeinstufungen der Patienten erreicht worden.
  • Grundlage der Untersuchung waren über 50.000 Seiten interner Unternehmensunterlagen.

UnitedHealth weist die Darstellung zurück und betont, die Programme entsprächen den regulatorischen Vorgaben und hätten dies in staatlichen Prüfungen nachgewiesen.

Gewinnrückgang im Fokus

An der Wall Street rückt nun der Quartalsbericht für Q4 in den Mittelpunkt, der für den 27. Januar angekündigt ist. Die Erwartungen sind deutlich nach unten angepasst:

  • Erwartetes bereinigtes Q4-EPS: 2,09 US-Dollar (–69 % gegenüber 6,81 US-Dollar im Vorjahr)
  • Prognose für das Geschäftsjahr 2025 (bereinigtes EPS): 16,30 US-Dollar (–41 % gegenüber 27,66 US-Dollar in 2024)
  • Prognose für 2026 (bereinigtes EPS): rund 17,60 US-Dollar (+8 % gegenüber 2025)

Zuletzt hat UnitedHealth die Ergebnisguidance für 2026 bestätigt. Nach dem turbulenten Vorjahr mit CEO-Rücktritt und zurückgezogener Prognose werten Marktteilnehmer das als Signal für mehr Planbarkeit – trotz des deutlichen Gewinnknicks in den kommenden Jahren.

Analysten bleiben überwiegend positiv

Trotz der Belastungsfaktoren bleibt das Analystenbild insgesamt konstruktiv, wenn auch nicht einheitlich. Mehrere große Häuser stufen die Aktie mit „Outperform“ ein:

  • Evercore ISI: Kursziel 400 US-Dollar
  • RBC Capital: Kursziel 408 US-Dollar
  • Bernstein: Kursziel 444 US-Dollar
  • Barclays: Kursziel auf 391 US-Dollar angehoben, Einschätzung „Overweight“

Von 26 Analysten empfehlen 16 den Wert als „Strong Buy“, zwei als „Moderate Buy“. Sieben stufen auf „Hold“, ein Analyst auf „Strong Sell“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 396,61 US-Dollar.

Bewertung zwischen Rabatt und Prämie

Bewertungsseitig ergibt sich ein gemischtes Bild:

  • Aktuelles KGV (Trailing): rund 17 – deutlich unter dem historischen Niveau des Konzerns
  • Forward-KGV: etwa 19,4 – damit über dem Branchenschnitt der Medical-HMO-Anbieter von 15,5
  • Marktkapitalisierung: etwa 302–308 Mrd. US-Dollar
  • Dividendenrendite: rund 2,6 % (8,84 US-Dollar pro Jahr)
  • 52-Wochen-Spanne: 234,60 bis 606,36 US-Dollar

Die Aktie wirkt damit im Rückblick günstiger als früher, wird aber beim Blick nach vorn immer noch mit einem Aufschlag gegenüber der Branche gehandelt.

Ermittlungen belasten Stimmung weiter

Neben dem Senatsbericht laufen mehrere Untersuchungen auf Bundesebene, die auf die Marktstimmung drücken. Im Mittelpunkt stehen:

  • Programme zur Pflege in Pflegeheimen
  • Abrechnungspraktiken im Medicare-Bereich
  • Eine laufende Untersuchung des US-Justizministeriums zu Medicare-Aktivitäten

UnitedHealth bestätigt, dass das Unternehmen bei straf- und zivilrechtlichen Anfragen kooperiert. Die Senatoren Ron Wyden und Elizabeth Warren haben ihre Nachfragen zu den Pflegeheim-Aktivitäten erneuert und eine Frist bis zum 28. Januar für weitere Unterlagen gesetzt, nachdem sie die bisherigen Antworten des Unternehmens als unzureichend bezeichnet hatten.

Der nächste zentrale Test für die Aktie kommt damit mit den Q4-Zahlen und dem Ausblick Ende Januar, wenn sich zeigen wird, wie stark Regulierung, Ermittlungen und operative Entwicklung bereits in den Zahlen eingepreist sind.

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