Universal Music Aktie: Bolloré fordert Ablehnung von 64-Mrd-Angebot
Bolloré SE-Chef Cyrille Bolloré fordert Verwaltungsrat zur Ablehnung des 64-Milliarden-Euro-Angebots von Pershing Square auf und sieht den Musikkonzern langfristig unterbewertet.

- Bolloré lehnt Pershing-Square-Offerte ab
- Angebot von 30,40 Euro je Aktie zu niedrig
- UMG mit starkem Umsatzplus im ersten Quartal
- Fokus auf Streaming 2.0 und neue Märkte
Cyrille Bolloré hat Klartext geredet. Auf der Hauptversammlung der Beteiligungsgesellschaft Bolloré SE forderte der CEO den Verwaltungsrat auf, das Milliardenangebot von Bill Ackmans Pershing Square abzulehnen. 64 Milliarden Euro – das sei viel zu wenig für den weltgrößten Musikkonzern.
Die Botschaft ist klar: Bolloré will keine schnelle Kasse, sondern den langfristigen Wert. Mit 18,4 Prozent der Aktien und knapp 40 Prozent der Stimmrechte hat er das Gewicht, um diesen Kurs durchzusetzen.
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Angebot weit unter Wert
Das Pershing-Square-Angebot liegt bei rund 30,40 Euro je Aktie. Die Aktie notiert derzeit bei 19,77 Euro – ein deutlicher Abschlag. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund zehn Prozent.
Bolloré nannte nun eine konkrete Preisspanne: Zwischen 27 und 28 Euro pro Anteil könne man über den Verkauf eines kleineren Pakets reden. Für einen kompletten Ausstieg reiche das aktuelle Angebot jedoch nicht. Eine öffentliche Kampfansage.
Kritik übte Bolloré auch an der Finanzierungsstruktur. Pershing Square plane, den Deal zu stark über UMG selbst zu stemmen – also über die eigene Bilanz und Ressourcen des Labels. Externes Kapital? Fehlanzeige.
Operativ läuft es rund
Die Ablehnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem UMG starke Zahlen vorlegt. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse währungsbereinigt um 8,1 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Dazu trugen die Übernahme von Downtown Music und Top-Künstler wie Taylor Swift und BTS bei.
Hinzu kommen wichtige Deals: Ein neuer Lizenzvertrag mit TikTok mit besserem KI-Schutz für Künstler. Und eine Partnerschaft mit Spotify für KI-gestützte Remixe und „Superfan“-Angebote. Beides soll neue Einnahmequellen erschließen.
Der Streit um die US-Notierung
Ein zentraler Punkt des Übernahmeplans: eine Börsennotierung in New York. Pershing Square sieht darin den Schlüssel zu höherer Analystenabdeckung und mehr Nachfrage von US-Institutionen. Der aktuelle Börsenplatz Amsterdam führe zu einem „Bewertungsabschlag“.
UMG selbst hatte 2026 bereits eine Zweitnotierung in den USA geprüft – dann aber wegen Marktturbulenzen auf Eis gelegt. Die Großaktionäre setzen lieber auf organisches Wachstum: „Streaming 2.0″, neue Märkte, höhere Margen bei Merchandising und Live-Musik.
Was jetzt zählt
Die nächsten Quartalszahlen kommen in der zweiten Jahreshälfte. Bis dahin bleibt die Frage: Kommt Pershing Square mit einem besseren Angebot zurück? Oder verfestigt sich der Patt?
UMG zeigt derweil Selbstbewusstsein. Der Konzern will Spotify-Anteile verkaufen, um ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm zu finanzieren. Das Management betont: Die kommenden fünf bis sechs Jahre seien entscheidend, um in margenstarken Geschäftsfeldern zu wachsen. Die Pershing Square-Offerte? Aus Sicht von Bolloré kein Thema.
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