Update Neuemissionen: pbb Deutsche Pfandbriefbank, German Startups Group, Hapag Lloyd

Viel gewollt, wenig gekonnt: Die Turbulenzen der letzten Wochen haben einige Börsenkandidaten aus dem Rennen gekickt. Dennoch gibt es immer noch eine interessante Pipeline, die auch durch Spekulationen über weitere Börsenkandidaten aufgefüllt wird. Dazu eine aktuelle Übersicht.

 

Deutsche Pfandbriefbank: Gerade so geschafft

© Deutsche Pfandbriefbank
© Deutsche Pfandbriefbank

Der avisierte Börsengang der pbb Deutsche Pfandbriefbank ist eher eine Pflichtveranstaltung als eine mit Spannung erwartete Bereicherung des Finanzplatzes. Wie inzwischen bekannt wurde, kommen die Aktien der „guten Teile“ der ehemaligen HRE Hypo Real Estate zu 10,75 Euro je Aktie an den Markt. Das ist der untere Rand der bisherigen Bookbuilding-Spanne, die zwischen 10,75 und 12,75 Euro lag.

Immerhin scheinen alle angebotenen Aktien inklusive Mehrzuteilungsoption untergebracht worden zu sein. Die HRE Holding, welche die Aktien abgibt, dürfte – je nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption – nach dem Börsengang zwischen 20 und 24,9% an der pbb halten. Dass trotz des derzeit kritischen Marktumfeldes der Börsengang durchgedrückt wurde und nicht wie bei anderen abgesagt wurde, dürfte einen einfachen Grund haben:

Denn es war Auflage der EU-Kommission, dass die „Good Bank“ noch in diesem Jahr privatisiert wird, um die Genehmigung für die staatlichen Rettungsgelder zu bekommen. Da man bei einer Absage nur schwerlich in diesem Jahr noch einen weiteren Versuch hätte starten können, hieß es: Augen zu und durch. Unter diesen Aspekten sollten Anleger, die nicht gezeichnet haben, erst einmal abwarten, wie sich das Ganze entwickelt.

 

German Startups Group mit guter Nachfrage

© German Startups Group
© German Startups Group

Bessere Aussichten scheint da der zweite Kandidat zu haben, der sich derzeit in der Zeichnung befindet. Denn bei German Startups Group soll die Nachfrage deutlich besser sein. So erreichte die Aktie im vorbörslichen Handel beim Brokerhaus Lang & Schwarz im Laufe des Tages einen Höchstkurs von 3,75 Euro, der sogar über der aktuellen Bookbuilding-Spanne zwischen 2,70 und 3,60 Euro lag.

Am Nachmittag gingen die Kurse zwar wieder auf 3,15 Euro runter. Doch das ist so kurz vor der Preisfeststellung, die morgen stattfinden wird, kein Wunder. Wir hatten hier bisher als Zeichnungsempfehlung einen Preisrahmen um die 3 Euro ausgegeben. Wer noch nicht gezeichnet hat, könnte im Notfall wohl auch bis 3,30 Euro mitgehen.

 

Hapag-Lloyd will nun auch an die Börse

© Hapag-Lloyd
© Hapag-Lloyd

Neben den beiden laufenden Börsengängen könnte schneller als geplant eine weitere schwergewichtiger Neuemission an den Markt kommen. Denn so wie es aussieht, beschleunigt die Containerreederei Hapag-Lloyd ihre Börsenpläne. Das Thema ist zwar schon lange im Gespräch, doch erst jetzt scheint richtig Schwung in die Vorbereitungen zu kommen.

So hat Hapag-Lloyd ein Beratungsmandat an die Deutsche Bank, Goldman Sachs und Berenberg vergeben, um einen für den Herbst geplanten Börsengang vorzubereiten. Herbst könnte dabei nach unserer Ansicht Ende September bedeuten, wenn alle Anleger wieder aus dem Sommerurlaub zurück sind.

Nach Analystenschätzungen ist die Reederei rund 5 Mrd. Euro wert. Wie viel man letztlich platzieren wird, ist noch unklar. Aber das dürfte sich auch an der Schuldenlast orientieren, die derzeit rund 3,35 Mrd. Euro beträgt. Mit dem Erlös eines Börsenganges soll ein signifikanter Anteil der Schulden abgetragen werden. Weitere Einschätzungen und ob man die Aktie zeichnen sollte gibt es, wenn die Details bekannt sind.

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